Stadtentwicklungsausschuss berät Spurtrennung: Entschärft Osnabrück endgültig die Todeskreuzung?

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Osnabrück. Entschärft die Stadt Osnabrück endgültig die Todeskreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße, an der allein 2014 zwei Radfahrer unter abbiegenden Lkw starben? Das Thema diskutiert der Stadtentwicklungsausschuss jedenfalls am 26. November – mit einem ganz konkreten Vorschlag.

Der Stadtentwicklungsausschuss berät am 26. November über einen Beschluss, zwei Fahrbahnen an besagter Kreuzung zu trennen. Bedeutet: Die beiden aus westlicher Richtung kommenden Fahrbahnen der B68 für den motorisierten Verkehr sollen in eine Geradeausspur (in Richtung Hauptbahnhof) und eine Spur für Rechtsabbieger (in Richtung Kommenderiestraße) getrennt werden. So hätten rechts abbiegende Autos, Busse und vor allem Lkw nicht mehr zeitgleich Grün mit geradeaus fahrenden Radfahrern. So könnten Radfahrer nicht mehr unter abbiegende Lkw geraten.

Bauliche Maßnahmen nötig

Bauliche Maßnahmen wären bei einem Beschluss erforderlich: Radweg und Fahrbahn sollen dem Plan zufolge möglichst breit sein – die Verbreitung ginge zulasten des Fußgängerweges, der dann noch zweieinhalb Meter breit wäre. Ferner sollen die Markierungen an dem Knotenpunkt in verständlicher Form geändert werden.

Kosten: 110.000 Euro

Die Gesamtkosten belaufen sich sich der Beschlussvorlage für den Rat zufolge auf 110.000 Euro für das Jahr 2016. Sie müssten außerplanmäßig zur Verfügung gestellt werden, da sie im Haushalt nicht erfasst sind. „Durch entsprechende Umschichtungen, die in der Sitzung von der Verwaltung mündlich erläutert werden, soll dennoch die Realisierung der Maßnahme gewährleistet werden“, heißt es in der Beschlussvorlage. Wann die Stadt die Maßnahme gegebenenfalls umsetzen würde, ist unklar.

Schon viel passiert

Mehrere Radfahrer waren in den vergangenen Jahren an der Kreuzung unter Lkw geraten und gestorben – allein zwei im Oktober und März vergangenen Jahres. Nach den Unfällen brachte die Stadt an der Kreuzung einen Konvexspiegel an, der Lkw-Fahrer Radfahrer im toten Winkel zeigen soll. Ein Warnschild weist Radfahrer auf die Gefahr des toten Winkels hin, darüber hinaus zog die Stadt die Haltelinie auf den Fahrbahnen zurück, sodass Autos und Lkw hinter den Radfahrern stehen und diese nicht übersehen. Auch holte die Stadt den Radweg vor der Kreuzung hinter parkenden Autos hervor, da es vielen Autofahrern bislang vorkam, als tauchten die Radfahrer plötzlich aus dem Nichts neben ihnen auf.

Am 26. November entscheidet der Stadtentwicklungsausschuss darüber – lesen Sie das Ergebnis dann auf www.noz.de/os.


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