Osnabrücker Studienwerk für Muslime Staatsministerin gratuliert 80 Avicenna-Stipendiaten

Von Mareike Katerkamp

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Gratulierten den 80 Stipendiaten in ihren Grußworten: (von links) Hakan Tosuner (Geschäftsführer Avicenna-Studienwerk), Necati Bilgin (Koordinationsrat der Muslime in Deutschland), Naika Foroutan (Vorstandsmitglied Avicenna-Studienwerk), Aydan Özoğuz (Staatsministerin), Bülent Uçar (Vorsitzender Avicenna-Studienwerk) und Stefan Luther (Unterabteilungsleiter BMBF). Foto: Jörn MartensGratulierten den 80 Stipendiaten in ihren Grußworten: (von links) Hakan Tosuner (Geschäftsführer Avicenna-Studienwerk), Necati Bilgin (Koordinationsrat der Muslime in Deutschland), Naika Foroutan (Vorstandsmitglied Avicenna-Studienwerk), Aydan Özoğuz (Staatsministerin), Bülent Uçar (Vorsitzender Avicenna-Studienwerk) und Stefan Luther (Unterabteilungsleiter BMBF). Foto: Jörn Martens

Osnabrück.  Stipendiaten des muslimischen Avicenna-Studienwerks sind nicht nur besonders gut in Schule und Uni, sondern zeigen auch hohes soziales Engagement und übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. 80 neue Studenten wurden jetzt bei einer feierlichen Zeremonie im Osnabrücker Schloss in das junge Förderprogramm aufgenommen.

Das 2013 gegründete Avicenna-Studienwerk richtet sich an muslimische Studenten und Doktoranden und ist das jüngste der 13 staatlich anerkannten und geförderten Begabtenförderungswerke in Deutschland. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und von der Stiftung Mercator gefördert. (Weiterlesen: Bundespräsident empfängt erste Avicenna-Stipendiaten)

Muslimsein und Deutschsein

Wie wichtig solche Förderungen für die Gesellschaft sind, hob Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, in ihrer Festrede hervor. „Deutschland lebt vom Wissen seiner Menschen“ sagte Özoğuz und betonte: „Das Studienwerk kann dazu beitragen, den Diskurs über Islam und Muslime nicht nur zu entspannen, sondern auch zu differenzieren und etwas normaler werden zu lassen.“ Mit Nachdruck dankte die Staatsministerin den Stipendiaten für ihr Engagement und hob hervor: „Sie stehen für die Verbindung von Muslimsein und Deutschsein.“

Bülent Uçar, Direktor des Instituts für Islamische Theologie der Universität Osnabrück und Vorsitzender des Studienwerks, gab Einblick in die Vielseitigkeit der Stipendiaten. Das Avicenna-Werk fördere in ganz Deutschland unabhängig von Studienort, Fachrichtung und Migrationshintergrund, erklärte Uçar und unterstrich: „In einer Zeit, in der politische Strömungen Vorurteile schüren, fungieren unsere Stipendiaten als Vorbilder.“ („Angst vor wachsender islamischer Prägung ist unbegründet“ – Islamwissenschaftler Bülent Uçar im Interview)

Weltverbesserer und Vorbild

Auch die Stipendiaten selbst griffen zum Mikro und bedankten sich für die Förderung. „Noch nie habe ich mich so stark und voller Mut gefühlt, dieses Leben zu gestalten“, sagte Medizinstudentin Sosan Burhany und erzählte, worauf es ihr im Leben ankommt: „Ich möchte die Welt etwas besser verlassen, als ich sie betreten habe.“ Auch Promotionsstipendiat Özhan Cayukli appellierte an seine Mitstreiter, die Erwartungen „nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen“: „Lasst uns zusammen die Leuchttürme der neuen Generation von Muslimen sein“, sagte der 29-Jährige.

Bis zu 1150 Euro im Monat

Gemeinsam mit dem letzten Jahrgang unterstützt das muslimische Begabtenförderungswerk damit aktuell 145 Stipendiaten. Sie erhalten bis zu 670 Euro und eine Studienkostenpauschale in Höhe von 300 Euro monatlich. Doktoranden bekommen 1150 Euro im Monat.

Daneben profitieren Avicenna-Stipendiaten auch von einer ideellen Förderung: Dazu zählen verschiedenen Beratungs- und Betreuungsangebote, außeruniversitäre Seminare oder Sommerschulen und Sprachkurse. Für 2016 plant das Studienwerk die Vergabe von weiteren 120 Stipendien. Bewerbungen für das Wintersemester 2016/2017 sind bis zum 1. April möglich.


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