Diskussion im Schulausschuss Neuordnung der Osnabrücker Schullandschaft stockt

Von Ulrike Schmidt

Eine dritte Gesamtschule für Osnabrück bleibt umstritten. Der Schulausschuss diskutierte, fasste aber nur den Beschluss, in der nächsten Sitzung weiter zu diskutieren. Foto: ArchivEine dritte Gesamtschule für Osnabrück bleibt umstritten. Der Schulausschuss diskutierte, fasste aber nur den Beschluss, in der nächsten Sitzung weiter zu diskutieren. Foto: Archiv

Osnabrück. Die Pläne für eine dritte Gesamtschule in Osnabrück und die Schaffung einer Modellschule in der Innenstadt sind ins Stocken geraten. Im Schulausschuss wurden viele Fragen aufgeworfen, ohne beantwortet zu werden. Nur eins ist klar: Der Stadtelternrat spricht sich deutlich gegen eine dritte Gesamtschule aus.

Das Schulkonzept, das die nach Hannover gewechselte Stadträtin Rita Maria Rzyski hinterlassen hat, sieht eine dritte Gesamtschule am Schulzentrum Sonnenhügel vor, wobei das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) erhalten bleiben soll. Parallel dazu soll aus der Hauptschule Innenstadt und der Möser-Realschule unter dem Titel „Neue Schule“ ein Schulversuch hervorgehen.

Hauptschule abschaffen

Ziel ist es unter anderem, in Osnabrück die Hauptschule abzuschaffen. Parallel zur Neuen Schule müsste deshalb aus der Felix-Nussbaum-Schule und der Wittekind-Realschule am Standort Sonnenhügel die neue IGS entstehen. Geschehe das nicht, bleibe die Felix-Nussbaum-Schule als letzte Hauptschule bestehen. So hatte Rzyski für ihr Konzept geworben.

Eine große Mehrheit im Stadtelternrat möchte ebenfalls die Hauptschulen abschaffen. Und auch die „Neue Schule“ stößt auf breite Zustimmung. Gegenüber Rzyskis weiteren Plänen äußern sich die Elternvertreter jedoch skeptisch.

Wolfgang Schaefer, Vorsitzender des Stadtelternrates, stellte im Schulausschuss das Meinungsbild vor, dass bei einer Sondersitzung schriftlich abgefragt worden war. So sind die Eltern mehrheitlich dafür, die beiden verbliebenen Hauptschulen gleichzeitig auslaufen zu lassen. Allerdings sprechen sie sich dafür aus, die Projektplanung zu trennen.

Oberschule statt IGS

Statt einer IGS können sich die Eltern eine Oberschule am Standort Sonnenhügel vorstellen. Ihre ablehnende Haltung gegenüber einer Gesamtschule ist vor allem in den befürchteten Kosten begründet. Die Sorge des Stadtelternrates: Die Sanierung und Ausstattung der Felix-Nussbaum-Schule und der Wittekind-Realschule zur Gesamtschule könne die Sanierung und Ausstattung aller anderen Schulen gefährden.

„Die CDU steht hinter den Eltern“ , sagte Ratsfrau Brigitte Neumann. Ihre Fraktion sei schon immer für die „Neue Schule“ gewesen, aber es gebe noch einige Unklarheiten. „Wir sieht es mit der Genehmigung aus?“, wollte sie von der Schulverwaltung wissen. Zudem äußerte Neumann die Befürchtung, dass die geplanten 110 Plätze nicht reichen könnten. Die darin enthaltenen Förderplätze würden doppelt gezählt, sodass noch 60 Plätze übrig blieben. Aber die Stadt wachse und auch die in Osnabrück lebenden minderjährigen Flüchtlinge müssten beschult werden.

Beide Standorte im Blick behalten

Jens Martin (SPD) drückte seinen Ärger darüber aus, dass auch der Stadtelternrat die Sanierung der bestehenden Schulen gegen eine Gesamtschule ausspiele. Er warb nachdrücklich dafür, beide Standorte im Blick zu behalten, nur dann könnten die zwei Hauptschule gleichzeitig auslaufen.

Das unterstrich auch Thomas Klein von den Grünen, der zu bedenken gab, dass die große Zahl der Eltern, deren Kinder an den beiden Gesamtschulen abgelehnt worden sind, im Stadtelternrat nicht vertreten seien und für die IGS votieren könnten.

Für die Gruppe UWG/Piraten bat Ralf ter Veer um eine Verschiebung der Planung. Die Gruppe sei zwar grundsätzlich für eine Gesamtschule, die Stadt verfüge aber nur über begrenzte Mittel. Einer Oberschule könne die Gruppe nichts abgewinnen, vielmehr sollte die Diskussion über andere IGS-Standort fortgesetzt werden.

Die Frage nach der Genehmigung der „Neuen Schule“ durch die Landesschulbehörde konnte Andrea Butke nicht beantworten. Es liege eine erste Stellungnahme der Schulbehörde vor, sagte die Leiterin des Fachbereichs Schule/Sport. Allerdings handele es sich nach ihrer Einschätzung um ein internes Papier, das nicht in der öffentlichen Sitzung diskutiert werden könne.

Ohne genauere Vorgaben ist es nach Butkes Ansicht auch nicht möglich, die Kosten für eine erste Planungsphase des gesamten Schulkonzeptes zu ermitteln. Erst recht nicht innerhalb von drei Wochen bis zur Ratssitzung und Haushaltsverabschiebung. Und so vertagte sich der Schulausschuss auf die nächste Sitzung.