Osnabrücker Elisabeth-Siegel-Preis Antonia Martin-Sanabria für soziales Engagement geehrt

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Katja Weber-Kahn und Wolfgang Griesert gratulierten der Preisträgerin Antonia Martin-Sanabria (Mitte) zu ihrer Auszeichnung mit dem Elisabeth-Siegel-Preis. Foto: Egmont SeilerKatja Weber-Kahn und Wolfgang Griesert gratulierten der Preisträgerin Antonia Martin-Sanabria (Mitte) zu ihrer Auszeichnung mit dem Elisabeth-Siegel-Preis. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Mit dem Elisabeth-Siegel-Preis ehrt die Stadt Osnabrück alle zwei Jahre eine Frau, die sich für demokratische Grundrechte im Allgemeinen und die Rechte der Frauen im Besonderen einsetzt. Dieses Mal ging die Auszeichnung an die Osnabrücker Sozialpädagogin Antonia Martin-Sanabria. Als Streetworkerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Osnabrück engagiert sie sich für Migrantinnen aus bildungsfernen Schichten sowie aus streng religiösen Familien.

Die erst 32-jährige Preisträgerin stammt selbst aus einer Einwandererfamilie. Ihre Eltern kamen einst aus Spanien und Uruguay nach Deutschland. Vor diesem Hintergrund fiel es ihr leicht, einen Draht zu anderen jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu finden.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert würdigte Martin-Sanabria bei der Preisverleihung als eine Sozialpädagogin, die ganz im Sinne Elisabeth Siegels aktiv ist: „Antonia Martin-Sanabria setzt sich aktiv für mehr Chancengerechtigkeit in unserer Gesellschaft ein“, erklärte er beim Empfang im Friedenssaal. „Sie zeigt jungen Migrantinnen, dass sie selbst etwas bewegen können, wenn sie aufstehen und für ihre Rechte einstehen.“

Engagiert in der Flüchtlingshilfe

Martin-Sanabria wirkt unter anderem in der Arbeitsgruppe „Interkulturelle Öffnung der Kinder- und Jugendhilfe in der Stadt Osnabrück“, in der Flüchtlingshilfe Rosenplatz und in der Arbeitsgruppe „Zwangsverheiratung“ mit. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit widmet sie sich dem interdisziplinären Forschungsthema „Inklusive Bildung. Teilhabe als Handlungs- und Organisationsprinzip“.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück, Katja Weber-Khan, berichtete in ihrer Rede von ihrer ersten Begegnung mit Martin-Sanabria beim Netzwerktreffen „Politik braucht Frauen“: Dort habe die junge Sozialpädagogin ihr Interesse an dem Workshop mit den Worten „Ich dachte immer, dass ich nicht politisch bin, und daran will ich etwas ändern“, erklärt. Das habe sie sehr beeindruckt.

Furchtlos

In ihrer Laudatio beschrieb die städtische Integrationsbeauftragte Seda Rass-Turgut die Preisträgerin Martin-Sanabria als couragierte Frau, die sich gegen Ungerechtigkeiten einsetzt. „Sie macht einfach – und dabei ist sie immer absolut furchtlos.“ Auch mit konservativen muslimischen Gemeinden oder männlichen Flüchtlingen kenne sie keine Berührungsängste. „Wir brauchen mehr Köpfe wie dich“, so Rass-Turgut.

„Dass Menschen benachteiligt werden, ist leider Normalität“, sagte Martin-Sanabria in ihrer Dankesrede. Nicht nur in der großen Welt der Politik, sondern auch in ganz alltäglichen Situationen könne jeder dagegen Stellung beziehen und die eigene Stimme erheben – auch wenn das bedeute sich aus der eigenen Komfortzone herauszubewegen.


Der Elisabeth-Siegel-Preis erinnert an die Bildungs- und Erziehungswissenschaftlerin Elisabeth Siegel, die viele Jahre zu den profiliertesten Persönlichkeiten Osnabrücks gehörte. Der Frauenpreis wird alle zwei Jahre an engagierte Frauen vergeben, die sich für die Rechte anderer Frauen einsetzen. Verliehen wurde er nun zum achten Mal. Die bisherigen Preisträgerinnen sind die Künstlerin Gertrud M. Krüger, die Journalistin Ulrike Schmidt, die Biologie-Professorin Tilly Bakker-Grunwald, die Mitgründerin des Frauenkulturvereins „Mother Jones“ und des Internationalen Frauennetzes Osnabrück, Hela Lahrmann, die im Stadtteil Schölerberg aktive Monika Budke, die Gründerin des Afghanischen Frauenvereins, Nadia Karim und die Kulturplanerin Martina Scholz.

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