„CanSat-Wettbewerb“ Satellit des Osnabrücker Carolinums erreicht zweiten Platz

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Den zweiten Platz belegten Lukas Köhl, Michael Overin, Jacqueline Bartsch, Frederik Schierbaum, Betreuer Werner Gieseke und Lennard Ruschmeier (von links) beim Wettbewerb „CanSat“. Trotz einiger Schwierigkeiten überzeugte ihr Satellit in der Größe einer Getränkedose. Foto: Werner GiesekeDen zweiten Platz belegten Lukas Köhl, Michael Overin, Jacqueline Bartsch, Frederik Schierbaum, Betreuer Werner Gieseke und Lennard Ruschmeier (von links) beim Wettbewerb „CanSat“. Trotz einiger Schwierigkeiten überzeugte ihr Satellit in der Größe einer Getränkedose. Foto: Werner Gieseke

Osnabrück. Schüler des Gymnasiums Carolinum Osnabrück haben beim Wettbewerb „CanSat“ der Europäischen Weltraumorganisation Esa in Rotenburg an der Wümme den zweiten Platz belegt. Dafür hatten sie einen Satelliten in Größe einer Getränkedose geplant, konstruiert und programmiert.

„Wir sind hochzufrieden mit den Ergebnissen“, sagt Werner Gieseke, ehemaliger Lehrer am Carolinum und Projektleiter des Teams „CaRoSat“, „nach dem Start und der Auswertung der Ergebnisse haben wir gar nicht mehr damit gerechnet“. Zehn Teams hatten am Wettbewerb teilgenommen und jeweils einen Satelliten konstruiert, der weder größer noch schwerer als eine handelsübliche Getränkedose (Englisch: „can“) sein durfte. Immer zwei Flugkörper wurden in einer Rakete in die Luft geschossen und sollten anschließend an einem Fallschirm zur Erde zurücksegeln und dabei Daten sammeln.

Kalibrierung vergessen

Neben einer allgemeinen Primärmission hatten die Satelliten auch eine sekundäre Mission mit individuellen Aufgaben zu bewältigen. Als Missionsvorgabe für alle Teams sollte der „CanSat“ Fallgeschwindigkeit und Höhe mithilfe des Luftdrucks ermitteln sowie ein Temperaturprofil anhand der Temperatur erstellen. Zur Sekundärmission des „CaRoSat“ gehörte unter anderem die Messung der linearen Beschleunigung. Diese lief leider schief: „Im Eifer des Gefechts“ hätten die Schüler vergessen, die Sensoren für die Beschleunigungsmessung zu kalibrieren, was letztendlich die Ergebnisse verfälscht habe, berichtet Gieseke.

Harte Landung

Der kleine Dosensatellit der Caro-Schüler wurde außerdem ordentlich in Mitleidenschaft gezogen. Im zweiten Startdurchlauf in die Luft befördert, landete er nach dem Sinkflug auf dem harten Asphalt. Dabei zerbrach die eingebaute Kamera und die zugehörigen Daten waren nicht auslesbar. Die Daten der Primärmission blieben glücklicherweise auf einer Speicherkarte erhalten. Auch eine GPS-Messung war erfolglos, da die Verbindung zu einem GPS-Satelliten innerhalb der Rakete abriss.

Zum ersten Mal teilgenommen

Dennoch gingen die Elftklässler, die zum ersten Mal an dem Wettbewerb teilgenommen hatten, mit dem zweiten Platz nach Hause. „Keine Gruppe hat alles erreicht“, sagt Gieseke. Die Gewinnergruppe aus Köln sogar keines ihrer geplanten Missionsziele. Warum sie trotzdem gewonnen hat? Bei der Bewertung der Satelliten ist die technische Komponente nur einer der Bewertungskriterien. Konzeption, Anspruch und auch die Öffentlichkeitsarbeit des gesamten Projektes flossen in die Gesamtbeurteilung ein.

Spannendes Rahmenprogramm

Allein das Rahmenprogramm des Wettbewerbs war laut Gieseke eine Reise wert. Neben der Raumfahrtabteilung der Firma Airbus besuchten die Schüler die Bremer Firma OHB und betrachteten ein Eins-zu-eins-Modell des „Columbus“-Forschungsmoduls der internationalen Raumstation ISS aus nächster Nähe.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN