Handwerksbetriebe ausgezeichnet Kreishandwerkerschaft Osnabrück verleiht Förderpreise

Erhielten jetzt den Förderpreis der Kreishandwerkerschaft Osnabrück: Silke Leusche-Weigel aus Melle und Thomas Feik aus Bramsche (Dritte und Vierter von links) . Zu den Gratulanten zählten (von links) Josef Hopmann, Siegfried Averhage, Siegward Schneider und Torsten Coch. Foto: Thomas OsterfeldErhielten jetzt den Förderpreis der Kreishandwerkerschaft Osnabrück: Silke Leusche-Weigel aus Melle und Thomas Feik aus Bramsche (Dritte und Vierter von links) . Zu den Gratulanten zählten (von links) Josef Hopmann, Siegfried Averhage, Siegward Schneider und Torsten Coch. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. In Osnabrück wurden jetzt die Förderpreise der Kreishandwerkerschaft vergeben. Gewinner sind die Friseurin Silke Leusche-Weigel aus Melle und die Maschinenbau-Firma Feik aus Bramsche.

Nichts ist älter als eine Zeitung von gestern? „Von wegen“, meinte Josef Hopmann, „nichts ist aktueller!“ Der stellvertretende Landesinnungsmeister des Friseurhandwerks lobte die innovative Idee seiner Berufskollegin Silke Leusche-Weigel aus Melle, Streifen aus Zeitungspapier zum Einfärben von Strähnchen zu verwenden. Mit diesem Verfahren könne auf die Umwelt belastenden Aluminium-Folien verzichtet werden. Das sei auf jeden Fall einen Förderpreis wert.

Trick an Kollegen weitergeben

Hopmann war einer der Laudatoren bei der diesjährigen Verleihung der Förderpreise der Kreishandwerkerschaft in den Räumen des AOK-Servicezentrums in Osnabrück. Er hatte nur noch eine Bitte an die Preisträgerin, die sich schon seit Längerem für naturbasierte und chemiearme Haarpflege starkmacht: „Bitte verraten Sie doch Ihren 80000 Friseurkollegen in Deutschland, wie Sie es schaffen, dass nicht die Druckerschwärze aus der Zeitung, sondern nur das Färbemittel auf den Haaren landet.“ Wenn zahlreiche Salons mitmachten, würden nicht nur zig Tonnen Alufolie eingespart, sondern auch Berufskrankheiten verhindert, was wiederum sinkende Beiträge zur Berufsgenossenschaft nach sich zöge. „Sie erkennen daran, welch einen Schwanz an willkommenen Synergien ein Stück Zeitung auslösen kann“, erklärte Hopmann.

Nachahmenswerte Innovationen

Kreishandwerksmeister Siegward Schneider hatte den Gästen zuvor die Idee des vom „Förderkreis Innungsbetriebe Handwerk“ ausgelobten und mit 2500 Euro dotierten Förderpreises erläutert: „Nachahmenswerte Innovationen, besondere Leistungen und soziales Engagement unserer Innungsbetriebe sind es wert, einmal besonders herausgestellt zu werden.“ Als zweiten Preisträger kündigte er die Maschinenbau-Firma Feik aus Bramsche wegen eines besonderen inklusiven Ansatzes in der Lehrlingsausbildung an.

Inklusion umgesetzt

Was es damit auf sich hat, erläuterte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land (Wigos), Siegfried Averhage: „Integration und Inklusion sind gern gehörte und hehre Worte. Hier hat ein Betrieb sie ohne großes Tamtam ganz konkret und unbürokratisch umgesetzt.“ Eine junge Frau in der Ausbildung zur Feinwerkmechanikerin habe im Betrieb durch gute Leistungen geglänzt, aber in der Berufsschule zunehmende Schwierigkeiten gehabt. Das Ausbildungsverhältnis hing an einem seidenen Faden. Da habe Geschäftsführer Thomas Feik den Werdegang der früheren Förderschülerin zur Chefsache gemacht und diverse Beratungsangebote abgeklopft. Er sei dabei auf das Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte gestoßen.

Noten sind stetig besser geworden

Seitdem seine „Azubine“ dort den schulischen Teil der Ausbildung absolvieren könne, seien die Noten stetig besser geworden. Obwohl selbst nicht hörgeschädigt, sei die junge Frau mit der dort geübten Methodik genau passend zurechtgekommen. „Ohne den Einsatz des Chefs und seiner leitenden Mitarbeiter hätte es dieses Beispiel einer gelungenen Inklusion einer gehandicapten Mitarbeiterin nicht gegeben“, resümierte Averhage. Thomas Feik nahm einen Scheck über das Preisgeld und den „Handwerks-Oscar“, eine kunstvolle Stele, entgegen, und für die „Azubine“ gab es einen dicken Blumenstrauß.


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