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Osnabrück will mehr bauen Städtischer Immobilienfonds gegen die Wohnungsnot?

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Wie kann in Osnabrück mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? Unser Bild zeigt eine Wohnung in einem genossenschaftlich finanzierten Neubau an der Bramscher Straße. Foto: Michael GründelWie kann in Osnabrück mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? Unser Bild zeigt eine Wohnung in einem genossenschaftlich finanzierten Neubau an der Bramscher Straße. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. In der Stadt Osnabrück gibt es zu wenig preiswerte Wohnungen. In diesem Punkt sind sich die Ratsfraktionen einig. Unterschiedlicher Meinung sind sie jedoch darüber, wie das Problem gelöst werden soll. In einer Aktuellen Stunde kamen am Dienstag noch einmal alle Vorschläge auf den Tisch. Favorisiert wird offenbar ein städtischer Immobilienfonds.

360 Wohnungen würden zurzeit pro Jahr in Osnabrück entstehen. Allein wegen des Stroms an Zuwanderern aber bräuchte es nach Expertenmeinungen mindestens 750 bis 1200 – will die Stadt nicht in eine „handfeste Wohnungskrise“ geraten, wie sie der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Henning kommen sieht, „wenn wir nicht gegensteuern“.

Neues Steuerungsinstrument

Doch wie ist „bezahlbarer Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen“ zu schaffen? Indem Osnabrück mehr Bauland ausweise, eine Mietpreisbremse einführe und sich wieder ein Steuerungsinstrument zulege, wie es (bis zu ihrem Verkauf im Jahr 2002) die städtische Wohnungsbaugesellschaft OWG war.

Zustimmung von Grünen-Fraktionschef Michael Hagedorn: „Die Entwicklung zwingt uns zu schnellem Handeln.“ Dabei müsse auch über „unkonventionelle Methoden“ nachgedacht werden. Eine solche könnte nach Vorstellung der rot-grünen Zählgemeinschaft die Gründung eines Immobilienfonds sein. Ziel: die Herstellung und Finanzierung von jährlich mindestens 400 bis 500 Wohneinheiten auf städtischen Grundstücken – bei Mieten „im mittleren und unteren Bereich des Osnabrücker Mietpreisspiegels“, wie es in einem entsprechenden Antrag heißt.

CDU und FDP dagegen

CDU und FDP lehnen eine neue städtische Wohnungsbaugesellschaft ab. „Fangen Sie nicht an, Unternehmer zu sein, das können Sie nicht“, sagte FDP-Fraktionschef Thomas Thiele an die Adresse von Rot-Grün. Schlauer sei es, nach bewährtem Muster Bebauungspläne „mit Sozialklausel“ aufzustellen. Anette Meyer zu Strohen (CDU) erklärte, in Osnabrück gebe es zahlreiche, gut arbeitende Akteure auf dem Wohnungsmarkt – beispielsweise die Genossenschaften Heimstättenverein und WGO. „Was wir brauchen, sind Flächen zur Bebauung.“

Wie wichtig es sei, Mietpreise für Neubauten zu deckeln, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Brickwedde. Im Vergleich zu anderen niedersächsischen Großstädten falle der Preisanstieg in Osnabrück mit durchschnittlich 3,25 Prozent laut Mietpreisspiegel allerdings „sehr moderat“ aus. Einschränkung von Wulf-Sigmar Mierke (UWG/Piraten): Dafür würden vielen Mietern mittlerweile die Nebenkosten über den Kopf wachsen. Mithin gelte es diese zu „reglementieren“, etwa durch Grundsteuer-Erleichterungen oder die Rabattierung von Straßenreinigungsgebühren.

Stadtrand-Siedlungen umwandeln

Das inzwischen parteilose Ratsmitglied Christopher Cheeseman brachte einen weiteren Gedanken ins Spiel: „Wir brauchen eine Art Konversion von Einfamilienhaus-Siedlungen in den Stadtrandgebieten“, sagte der Ex-Linke. Viele Wohnungen würden verfügbar, weil es die Alten von dort zunehmend in die Innenstadt ziehe, ihre Kinder die Häuser aber nicht übernehmen. (Weiterlesen: Die wichtigsten Ratsentscheidungen vom 3. November 2015 im Überblick)


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