Mobilitätsvision der Stadtwerke Super-Haltestellen sollen ÖPNV in Osnabrück beleben

Ein Modell von der Osnabrücker Mobilitätsvision gibt es bereits: Es entstand in Zusammenarbeit von Stadtwerken und Hochschule. Unser Bild zeigt Prof. Thomas Hofmann vom Fachbereich Industrial Design, Stadtbaurat Frank Otte sowie Stadtwerke-Bereichsleiter Werner Linnenbrink und Jan-Peter Brüwer (Produktentwicklung Mobilitätsangebot). Foto: Stadtwerke OsnabrückEin Modell von der Osnabrücker Mobilitätsvision gibt es bereits: Es entstand in Zusammenarbeit von Stadtwerken und Hochschule. Unser Bild zeigt Prof. Thomas Hofmann vom Fachbereich Industrial Design, Stadtbaurat Frank Otte sowie Stadtwerke-Bereichsleiter Werner Linnenbrink und Jan-Peter Brüwer (Produktentwicklung Mobilitätsangebot). Foto: Stadtwerke Osnabrück

Osnabrück. Busspuren und Radwege rund um den Wallring sowie Haltestellen und Wartehäuschen mit W-LAN-Anschluss sind nur ein Teil der neuen „Mobilitätsvision“ für den Nahverkehr in Osnabrück. Den Stadtwerken schweben auch sogenannte Mobilpunkte an den wichtigsten Stationen vor. Sie sollen die kombinierte Nutzung verschiedener Verkehrsmittel so einfach und bequem wie möglich machen.

Im Modell existieren diese Drehscheiben bereits. Drei Monate haben Studenten der Hochschule Osnabrück (Fachbereich Industrial Design) gemeinsam mit den Stadtwerken Osnabrück daran gearbeitet, die Idee der Verkehrsbetriebe von der künftigen, umweltfreundlichen Transportkette dreidimensional zu veranschaulichen. „Das Modell soll Diskussionen um diese Vision von Osnabrück vereinfachen“, erklärt Werner Linnenbrink, Leiter der Abteilung Mobilitätsangebot bei den Stadtwerken.

Stationen, die alles können

Mobilpunkte würden in immer mehr Städten errichtet, um dort die Art der Fortbewegung effizienter, zeitsparender und günstiger zu machen. Dazu werden Bushaltestellen oder andere Knotenpunkte je nach Lage zu Alleskönner-Stationen aufgewertet: sei es durch Ticketautomaten, Fahrradbügel, Fahrradverleih und Carsharing-Dienste oder auch durch nützliche Zusatzangebote wie Kioske oder Paketstationen. Hinzu kommt ein umfassender digitaler Service, der an Ort und Stelle über die Vielfalt der Möglichkeiten im öffentlichen Nahverkehr informiert. (Weiterlesen: Preise für Bustickets in Osnabrück ziehen 2016 an)

Multimodal und intermodal

Innerstädtisch schaffen solche Mobilpunkte damit vor allem eins: Auswahl. Weil Kunden hier – entsprechend ihres persönlichen Bedarfs – auf mehrere Verkehrsmittel zugreifen können, sprechen die Stadtwerke Osnabrück in diesem Zusammenhang von „Multimodalität“. Im Stadtrandgebiet hingegen hätten diese Superstationen eher „intermodalen“ Charakter, indem sie zunächst einen leichten Umstieg etwa vom Auto in den Bus ermöglichen.

Und wer jetzt denkt, all das sei Zukunftsmusik, irrt: Bereits in den Plänen für die Einführung einer großen Elektrobus-Referenzlinie im Jahr 2018, die Voxtrup mit Haste (und Rulle) verbinden soll, spielen solche Mobilpunkte eine konkrete Rolle. „Damit erweitern wir den Einzugsbereich der Linie“, zeigte sich Prokurist Linnenbrink vergangene Woche bei der Vorstellung des Vorhabens überzeugt.

Wenig Platz fürs eigene Auto

In einer aktuellen Mitteilung der Stadtwerke Osnabrück klingt das Ganze so: „Ziel des Gesamtangebots ist die organisatorische und infrastrukturelle Vernetzung von ÖPNV und komplementären Mobilitätsangeboten. Der zunehmende Verzicht der Stadtbewohner auf den eigenen Pkw als permanente Rückfallebene individueller Mobilität soll durch attraktive Alternativen gefördert werden.“

Im Klartext heißt das wohl, dass Mobilpunkte die Osnabrücker dazu bewegen sollen, häufiger ihr Auto stehen zu lassen. Denn dafür ist in der Mobilitätsvision der Stadtwerke nur begrenzt Platz.


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