Ab 20. Dezember Weihnachtscircus Roncalli kommt nach Osnabrück

Von Ulrike Schmidt


Osnabrück. Vom 20. Dezember bis 3. Januar gastiert zum zweiten Mal der Weihnachtscircus Roncalli an der Halle Gartlage. Roncalli-Gründer und -Direktor Bernhard Paul hat dafür ein Wintermärchen inszeniert.

„Schreibens: Professor Paul verschreibt zu Weihnachten Lachen“, lächelt Paul. Der gebürtige Österreicher verweist damit auf seinem in seiner Heimat verliehenen Ehrentitel. Er empfiehlt dringend den Besuch einer Vorstellung als Kurzurlaub vom Alltag.

„Wo sonst lachen ein Kleinkind und ein Intellektueller zur gleichen Zeit?“, sagt Paul, Erfinder des poetischen Circus. Beim zweiten Roncalli-Weihnachtsgastspiel in Osnabrück ist das Programm komplett neu, betont Castingleiterin Doro Kipp.

Drei Paul-Kinder in der Manege

Besonders stolz ist Paul auf seine Kinder Vivian, Adrian und Lili, die in diesem Jahr dabei sind. Seine älteste Tochter Vivi ist in Osnabrück zum ersten Mal mit ihrer Solodarbietung am Luftring zu sehen. Die jüngste Tochter Lili zeigt Kontorsion, die Kunst des Verbiegens. Zusammen mit ihrem Bruder Adrian und Partner Jemile Martinez zeigen sie außerdem als Les Paul Rollschuhakrobatik.

Unter den Künstlern in diesem Jahr ist auch der junge Spanier Sergi Buka, ein Laser-Zauberer und Schattenspieler, der die Manege in einen Ort fabelhafter Wesen verändern kann. Die außergewöhnliche Kombination von Tango und Jonglage zeigen Emil und Menno. Der niederländische Tempojongleur und die französische Primaballerina lassen Keulen, Bälle und Beine durch die Luft wirbeln.

Zelt mit Galerie-Loge

Eine echte Weihnachtsnummer ist die Petersburger Schlittenfahrt. Dabei führen neun Sibirische Huskys zwei hübsche Damen vor, nicht umgekehrt, sagt Paul augenzwinkernd. Weitere Nummern auf dem Schleuderbrett, Rola Rola und Jonglage können die Osnabrücker Zuschauer in diesem Jahr auch von der Galerie-Loge aus verfolgen: Roncalli kommt in diesem Jahr mit seinem „Zelt für Großstädte“, wie er sagt, mit 1500 Sitzplätzen so groß wie im vergangenen Jahr, aber wesentlich komfortabler.

2016 ist Jubiläumsjahr

Durch das zweieinhalbstündige Programm (auch am Heiligabend gibt es eine Nachmittagsvorstellung) führt das Quartett Roncallis Royal Clown Company mit preisgekrönten Künstlern. Wie bei Roncalli üblich, kommt die Musik nicht aus der Konserve, sondern wird live gespielt vom Roncalli Royal Orchestra unter der Leitung von Georg Pommer.

Bernhard Paul wird selbst nicht in der Manege stehen. Der Direktor bereitet sich auf die Jubiläumstour zum 40-jährigen Roncalli-Bestehen im kommenden Jahr vor. Dabei wird er wieder in sein Clownskostüm schlüpfen. Paul vergleicht das Circusleben mit der christlichen Seefahrt: In stürmischen Zeiten seien immer wieder Kurskorrekturen erforderlich. Und Gottvertrauen allein reiche nicht: „Man muss auch steuern.“

In Deutschland ist Circus Gewerbe

Gerade in Deutschland habe es der Circus nicht leicht: In vielen anderen Ländern Europas sei Circus Kultur und werde bezuschusst: „In Deutschland ist Circus Gewerbe und wird mit Gewerbesteuer bestraft.“ Dennoch kann Paul nicht ohne Circusluft leben und freut sich, dass seine Kinder einmal seine Nachfolge antreten werden.

Karten sind ab sofort in den NOZ-Geschäftsstellen, per Telefon sowie im Internet unter www.noz.de/tickets und www.roncalli.de erhältlich. Ab 20. Dezember ist die Circuskasse an der Halle Gartlage täglich ab 10 Uhr geöffnet. Kartentelefon: 0541/ 13099100. Preise: 12,90 bis 59,90 Euro, für OS-Card-Inhaber gibt es 15 Prozent Rabatt.