Traditionsgeschäft 100 Jahre Briefmarken Fellermann in Osnabrück

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Inhaber Ulrich Abeler (rechts) und sein Mitarbeiter Laszlo Csötönyi begutachten ein Album. Foto: Claudia IxInhaber Ulrich Abeler (rechts) und sein Mitarbeiter Laszlo Csötönyi begutachten ein Album. Foto: Claudia Ix

Osnabrück. Vor 100 Jahren verkaufte Briefmarken Fellermann – genau, Briefmarken. Das reicht heute lange nicht mehr aus. Neben dem Ladenlokal an der Bierstraße 19 handelt Inhaber Ulrich Abeler im Internet, er verkauft Münzen und bietet Dienstleistungen rund um Nachlässe an.

Seit gut 13 Jahren ist das Traditionshaus an der heutigen Adresse. An der Bierstraße war Briefmarken Fellermann nach dem Zweiten Weltkrieg, als der alte Standort Wittekindstraße ausgebombt wurde, aber immer. Ulrich Abeler übernahm das Geschäft am 1. Januar 1987. „Meine Eltern und die Fellermanns waren zusammen in der Tanzstunde. Briefmarken waren von frühester Jugend an mein Hobby“, erzählt Abeler. Der Diplom-Kaufmann hatte zuvor sieben Jahre in der EDV gearbeitet, er stammt aus einer alteingesessenen Juweliersfamilie. „Wir sind Menschen, die sich der Tradition bewusst sind. Fellermann ist Tradition, deshalb kam diese Firma für mich infrage“, erläutert er.

Auf gut 108 Quadratmetern verkauft Abeler heute Briefmarken und Sammlerzubehör, Münzen und Postkarten. Im Lager stapeln sich die Alben. Seit zehn Jahren ist die Post mit im Ladenlokal. Im Internet auf Ebay verkauft Abeler ebenfalls, will aber in Zukunft selbst Auktionen anbieten. „Für den Kunden ist es wichtig, dass hinter der Internetadresse keine Briefkastenfirma steckt, sondern eine reale Firma“, weiß Abeler. Viel Kundschaft bekommt er übers Internet, die Stammkunden, die sich ihre Marken oder das Zubehör bei ihm im Geschäft kaufen, sind dafür weniger geworden.

Wichtig für ein Geschäft wie Briefmarken Fellermann ist die Beratung. „Meine fünf Mitarbeiter und ich haben viel spezifisches Fachwissen“, sagt Abeler. So kann er auch Begutachtung und Schätzung von Nachlässen oder Sammlungen anbieten. Aber auch das Fachwissen, das benötigt wird, wandelt sich mit der Zeit. „Münzen oder Briefmarken werden heute mehr und mehr als Anlagemöglichkeiten gesehen, weil man für sein Geld bei der Bank nicht mehr viel bekommt. Wir verkaufen jetzt in Richtungen, die ich mir früher nicht hätte vorstellen können“, sagt Abeler.

Was Briefmarken angeht, ist das Wissen des 66-Jährigen reichhaltig: „Ich bin einer der Letzten mit universellen Kenntnissen über Briefmarken in der ganzen Welt. Ich habe schon früher immer die ganze Welt gesammelt.“ Privat sammelt er heute aber nicht mehr: „Wenn ich den ganzen Tag mit Briefmarken und Münzen zu tun hatte, dann ist es abends auch gut.“

Sein Spezialgebiet sind die ehemaligen Königreiche Hannover und Preußen. Überhaupt ist Geschichte das Steckenpferd von Abeler: In Nachlässen findet er wertvolle Dinge wie Lebensmittelkarten oder Straßenbahnkarten. „All das sammele und verkaufe ich, da gibt es einen recht großen Markt.“

100 Jahre nach der Gründung von Briefmarken Fellermann hat Ulrich Abeler viele Ideen, wie er das Geschäft ins nächste Jahrhundert bringen will. „Ich möchte ein Auktionshaus gründen – vor Ort und im Internet“, erläutert er. Wenn er das geschafft hat, dann will er das Geschäft abgeben. Sein Mitarbeiter Laszlo Csötönyi steht schon als neuer Inhaber von Briefmarken Fellermann bereit – wenn er eines Tages ausgelernt hat. Und das wird noch eine Weile dauern. „So in zehn Jahren etwa. Vorher höre ich nicht auf“, sagt Abeler.


Briefmarken Fellermann, Inhaber Ulrich Abeler, Bierstraße 19, Telefon 0541/28174, www.briefmarkenmuenzen.de .

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