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63 Prozent über Bundesdurchschnitt Fahrräder in Osnabrück überdurchschnittlich oft gestohlen

Von Jörg Sanders | 26.06.2014, 17:12 Uhr

Häufig gestohlen und selten aufgeklärt: In Osnabrück sind im vergangenen Jahr einer Studie zufolge im bundesweiten Durchschnitt überdurchschnittlich viele Fahrräder geklaut worden. Auch bei der Aufklärungsquote hinkt Osnabrück hinterher.

Im vergangenen Jahr kam es in der Hasestadt zu 954 Fahrraddiebstählen auf 100000 Einwohner gerechnet. Das besagt eine Studie des Online-Portals geld.de vom Donnerstag. Osnabrück lag damit 63 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 584 Fahrraddiebstählen. In lediglich elf von 80 untersuchten Großstädten in Deutschland schnappten sich Langfinger häufiger ein fremdes Rad. Damit gelten Fahrräder in Osnabrück als „unsicher“.

Georg Linke, Pressesprecher der Osnabrücker Polizei, bestätigte die 954 angezeigten Diebstähle indirekt. „Letztes Jahr sind in Osnabrück 1484 Fahrräder gestohlen worden“, sagte er unserer Zeitung – also durchschnittlich vier Räder pro Tag. Auf 100000 Einwohner heruntergerechnet, ist die von geld.de angegebene Zahl von 954 Diebstählen folglich korrekt.

Dieser Wert bedeutet eine Zunahme von 17,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr: 2012 waren insgesamt 1265 Räder in Osnabrück gestohlen worden.

Bundesweit mussten sich Radfahrer in Remscheid am wenigsten Sorgen um ihren Drahtesel machen. Mit 59 Diebstählen je 100000 Einwohner lag die Stadt nach geld.de-Angaben 90 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Blick in die Region

In Bielefeld galten Fahrräder mit 332 Diebstählen und 43 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt als „sicher“. In Oldenburg mit 1222 (Platz 6) und Münster mit 1552 gemeldeten Diebstählen je 100000 Einwohner (Platz 3) sind Räder hingegen noch unsicherer vor Dieben als in Osnabrück. Münster steht damit erstmals seit fünf Jahren nicht mehr auf dem negativen Spitzenplatz. Den belegt bundesweit erstmals Magdeburg mit 1665 Diebstählen, gefolgt von Cottbus mit 1638. Mit 471 Diebstählen je 100000 Einwohnern rangiert Niedersachsen im Ländervergleich nahezu exakt im Mittelfeld.

Niedrige Aufklärungsquote

Große Unterschiede gibt es bei der Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen. In Osnabrück beträgt dem Online-Portal zufolge 7,6 Prozent. Georg Linke von der Osnabrücker Polizei nannte unserer Redaktion die Quote 7,23 Prozent für das vergangene Jahr – allerdings für Stadt und Landkreis zusammen. Eine Quote nur für die Stadt liege nicht vor. Der Bundesdurchschnitt lag 2013 bei 9,6 Prozent.

Mit 30,5 Prozent klärte die Polizei in Fürth bundesweit die meisten Raddiebstähle auf. Ihre Kollegen in Mannheim konnten lediglich 2,7 Prozent der Fälle erfolgreich zu den Akten legen.