Beratung in Osnabrück Polizei informiert auf Märkten über Einbruchsprävention

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Aufklärung und Hilfe in Sachen Einbruchsprävention leistet die Polizei auch auf dem Dodesheider Marktplatz. Foto: Jörn MartensAufklärung und Hilfe in Sachen Einbruchsprävention leistet die Polizei auch auf dem Dodesheider Marktplatz. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Hoher Einbruchschutz ist auch mit nur wenig technischem Aufwand zu erreichen. Darüber aufzuklären und eine entsprechende, zweigleisig fachkompetente Beratung zu leisten, ist das Ziel der Aktion Sicher Wohnen, die vor sechs Jahren als Gemeinschaftsprojekt der Polizeiinspektion Osnabrück und der Kreishandwerkerschaft ins Leben gerufen worden ist.

Dass zum Beispiel Pilzkopfverriegelungen, die in mittlerweile 80 Prozent aller Wohnungen und Häuser in Deutschland eingebaut sind, das einfache und geräuscharme Aushebeln von Tür- und Fensterrahmen mit einem Schraubendreher massiv erschweren, konnten Besucher des Wochenmarktes in der Osnabrücker Dodesheide mittels eines Hebeltests eigenhändig ausprobieren. Auch abschließbare Fenster- und Balkon- oder Gartentürgriffe erschweren den leichten Einstieg nach Durchgriff, wenn etwa ein Fenster auf Kippposition gestellt ist oder in den vergleichsweise seltenen Fällen, in denen vorher die Scheibe eingeschlagen worden ist. Davor wiederum schützt stabiles Verbund-Sicherheitsglas. (Lesen Sie auch: Polizei entwickelt Einbruchsradar)

Prävention hat viele Aspekte

Die simple und oft auch kostengünstige technische Nachrüstung von Risikostellen ist aber nur ein Aspekt der Einbruchprävention. Auch ein wachsames Verhalten von Nachbarn ist wichtig, um potenzielle Einbrecher von ihrem Vorhaben abzuhalten. „Oft ist die Hemmschwelle hoch, verdächtige Fahrzeuge oder Personen, die es auf die Ausspionierung eines Objekts abgesehen haben, bei der Polizei zu melden“, berichtet Martin Schmitz vom Präventionsteam. Auch ein Ansprechen etwa von Personen, die ein Gebäude fotografieren, könne bereits zur Klärung beitragen oder mögliche Täter, die „sich in 90 Prozent der Fälle ihrem Ziel von hinten nähern“ und es zumeist auf Schmuck und Bargeld abgesehen hätten, abschrecken, da man sie so „aus der Anonymität heraus“ hole, empfiehlt der Polizeibeamte außerdem. (Weiterlesen: FDP sieht „Kapitulation vor Verbrechen“)

Tour über 29 Wochenmärkte

Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Brockschmidt und anderen Präventionsteams wird er bis zum Tag des Einbruchschutzes am kommenden Sonntag, 25. Oktober, binnen sechs Wochen insgesamt 29 Wochenmärkte in der Stadt und im Landkreis besucht haben, um „möglichst viele Leute zu erreichen“, wie er sagt. Dort hätten sie zudem „mehr Zeit als vor den Einkaufsmärkten“, erklärt er die „gute Resonanz“ auf die im zweiten Jahr in ausgedehnter Form stattfindende Markt-Tour. (Weiterlesen: Mehr zum Thema lesen Sie im NOZ-Themenportal.)

Zahl der Einbrüche nimmt zu

Nicht nur die Polizei, sondern auch die an der Aktion beteiligten Handwerker vor Ort könnten mittels einer Schwachstellenanalyse herausfinden, welche Maßnahmen neben technischer Nachrüstung und erhöhter nachbarschaftlicher Wachsamkeit zudem in Betracht kommen, um Hürden statt „Tatgelegenheiten zu schaffen“, betont Martin Schmitz. Dazu zählen zum Beispiel das Entfernen von Kletterhilfen wie Leitern, Mülleimern oder auch Gartenmöbeln oder Bewegungsmelder für abschreckendes Licht. Auch wenn mittlerweile 41 Prozent aller Einbrüche im Versuch steckenbleiben, sollte das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Anzahl der Versuche nichtsdestotrotz zunimmt. Und deshalb effektive Einbruchprävention unabdingbar ist, um Eigentum und Privatsphäre zu schützen.


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