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Der ostfriesische Komiker Otto Waalkes sorgte in der Osnabrückhalle für Wogen der Begeisterung Genialer Schnorrer bei sich und anderen

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Ein Schlitzohr erzeugt gekonnt Lachsalven: Otto Waalkes in der Osnabrückhalle. Foto: Elvira PartonEin Schlitzohr erzeugt gekonnt Lachsalven: Otto Waalkes in der Osnabrückhalle. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Ob Ottifantenkanone oder Faultier Sid im Puppentheater, ob Udo Lindenberg-Persiflage oder Disco-Bumbum mit Lady Gaga: Otto Waalkes ließ es mal wieder richtig krachen. Der ostfriesische Götterbote gastierte in der ausverkauften Osnabrückhalle und sorgte bei Jung und Alt für Wogen der Begeisterung.

Huuuh! Die „sprechenden Schakale von Osnabrück“ heulen so laut, dass man den Mann mit der obligatorischen Flügelkappe auf der Bühne kaum noch verstehen kann. Es macht den Zuschauern offenbar Spaß, sich bei der Programmgestaltung gegenseitig zu übertreffen: Rechts ruft der Kuckuck, links schreien die Lachmöwen, auf der Empore heulen die Schakale, und in der ersten Reihe wird mehr recht als schlecht „Das Wandern ist des Müllers Lust“ gesungen.

Auf der Bühne steht derweil Otto Waalkes im Scheinwerferlicht, erzählt zum Congasound die Geschichte von „Robin Hood, dem Rächer der Enterbten“, und dirigiert das Publikum, das mit seinen Geräusche den Sherwood Forest zum Klingen bringt. Das macht Otto seit mehr als 30 Jahren so, und die Fans sind begeisterter denn je.

Aber warum sprechen die Schakale von Osnabrück? Damit wären wir bei einem der Rituale, die sich im Laufe der Jahrzehnte bei dem blonden Komiker eingeschliffen haben. „Hallo, Osnabrück“, grüßt er in den Saal, „Hallo, Otto“ schallt es daraus zurück. Als er den Zuschauern auf der Empore später ein fröhliches „Hallo, Schakale“ zuwirft, beginnen die zu sprechen und rufen „Hallo, Otto“ zurück. Genau das ist es aber, was eine Ottoshow ausmacht: Kalauer, Klamauk, Budenzauber und Persiflagen unter Einbeziehung des Publikums. Und es stört niemanden, dass dieser grundsympathische Hofnarr zum Teil uralte Sketche bringt, die er nur leicht abwandelt oder modernisiert. Wie den Song „Mein kleiner grüner Kaktus“, zu dem er immer beherzter Lippenakrobatik betreibt. Während die Comedian Harmonists auf Schellack singen, lässt er, heute unterstützt von moderner Technik, seine Gesichtszüge entgleiten: Eine Kamera beamt sein Gesicht überdimensional auf eine Leinwand, damit auch der Zuschauer in der hintersten Reihe seine hängenden Augenlider, schielenden Pupillen und verzerrten Lippen bewundern kann.

Die Leinwand sorgt schon vor Beginn der Show für Lachsalven. Eine Laufschrift gibt darauf witzige Tipps und macht nicht ernst gemeinte Werbung: „VfL Osnabrück: Sichern Sie sich schon jetzt das Trikot mit dem Aufdruck „Zweitligaaufsteiger 2012“. An dieser Stelle setzt es natürlich Buhrufe, während den Zuschauern bei der nächsten „Werbung“ das Lachen im Hals stecken bleibt: „Sushi am Nikolaiort: Wir verkaufen garantiert keinen Fisch aus Japan.“ Nicht so böse gestaltet Otto dann die Show: Als Chef-Koch Louis Flambée grillt er wie eh und je seine „Salmonelle“, und die Geschichte von Hänsel und Gretel nutzt er, um Kunstperversionen von topaktuellen Hits zu fabrizieren. Auf der Höhe der Zeit ist er mit einem Puppentheater, in dem das Faultier Sid, das Otto für den Film „Ice Age 3“ synchronisierte, mit einem gewissen James Bums kommuniziert. Dass der Friese damit an René Marik erinnert, ist sicherlich nicht unbeabsichtigt. Denn schon immer hat Otto Waalkes sich bei anderen bedient, aber immer auf geniale Art und Weise.


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