Technologiezentrum bleibt Einigung über Sozialplan bei Valmet in Osnabrück

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150 Mitarbeiter müssen gehen: Bei Valmet Automotive haben sich Geschäftsleitung, Betriebsrat und IG Metall auf einen Sozialplan geeinigt. Foto: Michael Gründel150 Mitarbeiter müssen gehen: Bei Valmet Automotive haben sich Geschäftsleitung, Betriebsrat und IG Metall auf einen Sozialplan geeinigt. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Nach zähen Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan hat sich die Geschäftsleitung von Valmet Automotive am Freitag mit dem Betriebsrat und der IG Metall geeinigt. Der Cabriodach-Hersteller will die Produktion nach Polen verlagern und rund 150 Arbeitskräfte entlassen. Zugleich bekennt sich der finnische Hersteller zur Erhaltung des Technologiezentrums, in dem etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Von „Aufatmen“ sprach Valmet-Geschäftsführer Bernhard Thünemann, mit diesem Ergebnis sei der „bestmögliche Kompromiss zwischen den Forderungen der Belegschaft und unseren finanziellen Möglichkeiten gefunden“ worden. Von „Aufatmen“ wollte der Betriebsratsvorsitzende Stefan Aubke allerdings nicht reden, denn ein Arbeitsplatzverlust sei immer eine Tragödie. Gleichwohl äußerte sich der Betriebsratschef zufrieden über den erreichten Abschluss: „Das war das Maximale, was man rausholen kann“. Stephan Soldanski, der 2. Bevollmächtige der IG Metall Osnabrück, äußerte sich ähnlich: Zum Jubeln gebe es keinen Anlass, erklärte er gegenüber unserer Redaktion, denn mit einem Interessenausgleich und Sozialplan lasse sich ein Arbeitsplatz nicht ersetzen.

Geld für Transfergesellschaft

Die Arbeitnehmervertreter steckten in der Zwickmühle, weil ein besserer Abschluss für die 150 scheidenden Produktionsmitarbeiter die verbleibenden 100 Technologie-Arbeitsplätze gefährdet hätte. Vereinbart wurde der Abfindungsfaktor 0,3, das heißt, dass für jedes Beschäftigungsjahr 30 Prozent eines Bruttoentgelts als Abfindung gezahlt werden. Für jeden Mitarbeiter, der in eine Transfergesellschaft wechselt, wird ein Qualifikationsbudget in Höhe von 2400 Euro in einen Fonds eingezahlt. Dazu kommen 1000 Euro Anwesenheits- bzw. Leistungsprämie pro Monat. Valmet Automotive sichert die für den Sozialplan erforderlichen Gelder über eine Konzernbürgschaft ab.

„Ja zum Standort“

Die Verhandlungspartner heben hervor, dass der finnische Konzern ein klares Ja zur Zukunft des Standorts abgegeben habe. Mit einer konsequenten Neuausrichtung solle Osnabrück als wettbewerbsfähiges Technologiezentrum bestehen bleiben, erklärte Harald Brunini, der als Präsident von Valmet Automotive Roof Systems verantwortlich für die beiden Standorte Osnabrück und Zary ist. Mit 100 Mitarbeitern soll die Entwicklung von Dachsystemen von der ersten Konzeptstudie bis zur Serienreife fortgeführt werden.

Die deutsche Konzerntochter, ist 2010 aus dem Nachlass von Karmann hervorgegangen. Im Juni 2014 hatte der Mutterkonzern bekannt gegeben, dass die Produktion von Dachsystemen bis 2017 ins polnische Zary verlegt werden soll. Im September teilte die Geschäftsführung überraschend mit, dass sie nicht so lange warten wolle – spätestens im März 2016 werde im Fledder nicht mehr produziert.

Die Valmet Gruppe ist ein global operierender Automobilzulieferer, der auf Engineering-Leistungen und Fahrzeugbau spezialisiert ist. Schwerpunkt sind offene Fahrzeuge, Elektrofahrzeuge und das Premiumsegment.


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