„Triumvirat“ verabschiedet Personalwechsel im Osnabrücker Haus Neuer Kamp

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Generationenwechsel im Haus Neuer Kamp (von links): Horst Greve und Cornelia Matzke übergeben den Schlüssel an Birgit Pfeifer und Sarah Prisco. Greve erhielt außerdem das Goldene Kronenkreuz der Diakonie. Foto: Swaantje HehmannGenerationenwechsel im Haus Neuer Kamp (von links): Horst Greve und Cornelia Matzke übergeben den Schlüssel an Birgit Pfeifer und Sarah Prisco. Greve erhielt außerdem das Goldene Kronenkreuz der Diakonie. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Ein Beutel mit Perlen machte die Runde durch die Gästeschar. „Ich habe die Perle immer als Symbol der Arbeit verstanden“, sagte Dr. Cornelia Matzke, „Verletzungen entwickeln sich wunderschön.“

Die langjährige Geschäftsführerin der Evangelischen Jugendhilfe Haus Neuer Kamp, Cornelia Matzke, wurde mit Einrichtungsleiter Hans-Jürgen Jansen und dem therapeutischen Leiter Horst Greve verabschiedet. Die Einrichtung nimmt junge Menschen mit verschiedenen psychischen Störungen auf und geht „unorthodoxe Wege mit und zu ihnen“, wie Bürgermeisterin Birgit Strangmann sagte.

Zusammen 86 Jahre Haus Neuer Kamp

Außer Matzke verabschiedeten sich der therapeutische Leiter Horst Greve und der Einrichtungsleiter Hans-Jürgen Jansen in den Ruhestand. „Zusammen stehen sie für 86 Jahre Haus Neuer Kamp“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Vereins Haus Neuer Kamp, Wilfried Hellmann, in seiner dreifachen Laudatio.

Am längsten dabei ist Cornelia Matzke, die 1983 die damalige langjährige Leiterin Gertrud Berling ablöste. Ein Jahr zuvor war die junge Frau am Ende ihres Psychologie-Studiums als Praktikantin in das Haus Neuer Kamp gekommen. Noch während des Praktikums habe Gertrud Berling sie gefragt, ob sie nicht ihre Nachfolgerin werden wolle, erzählte Hellmann.

„Arme Kultur des Hauses“

Ab 1986 habe sich Hans-Jürgen Jansen um die Erweiterung der pädagogischen Bereiche gekümmert, sagte Hellmann weiter. Um sowohl die psychotherapeutische als auch die pädagogische Arbeit vorantreiben zu können, hätten sich die beiden auf die Suche nach einem Psychotherapeuten mit pädagogischem Hintergrund gemacht und in Horst Greve gefunden.

Leuchtturmprojekt in Niedersachsen

Das „Triumvirat der zweiten Gründergeneration“, wie Hellmann die drei nannte, stehe für kreative Lösungswege in der Jugendhilfe und biete den jungen Bewohnern zugleich Geborgenheit und Halt, eine „warme Kultur des Hauses“. Unter den vielen Projekten bei der konzeptionellen Weiterentwicklung nannte Hellmann das Mädchenhaus, „ein Leuchtturmprojekt in Niedersachsen“ , das ambulante Familienkrisenmanagement und den Jungenbereich . Die Entwicklung der Einrichtung lasse sich auch an Zahlen ablesen: Als Matzke im Haus Neuer Kamp anfing, gab es 16 stationäre Plätze und 17 Mitarbeiter, heute seien es 86 Plätze und 131 Mitarbeiter.

Ein „wunderbarer Vorstand“

Jede Einrichtung sei so gut wie ihre Mitarbeiter, ergriff Cornelia Matzke auch im Namen Jansens und Greves das Wort: „Ihr seid viele Wege mit uns gegangen.“ Ihr Dank galt zudem einem „wunderbaren Vorstand“ und allen „Netzwerkern“ aus Verwaltung und Einrichtungen.

Matzkes Nachfolgerin ist Birgit Pfeifer, die Sozialpädagogik, Religionspädagogik und Sozialmanagement studiert hat, zwei Studiengänge berufsbegleitend. Pfeifer bringt Leitungserfahrungen aus verschiedenen Einrichtungen mit. Die psychologische Psychotherapeutin Sarah Prisco, die die therapeutische Leitung von Greve übernimmt, ist bereits seit 2009 im Haus Neuer Kamp.

Musikalisch begleitet wurde die Feier von der hauseigenen Band „Nervous Breakdown“.


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