Museum Industriekultur Kleider und Rauminstallation aus Papier in Osnabrück

Von Tom Bullmann

Papierinstallation der Künstlerin Hiltrud Schäfer, aufgenommen während der Eröffnung der Ausstellung „Papier Papier Papier“ im Museum Industriekultur Osnabrück. Foto: David EbenerPapierinstallation der Künstlerin Hiltrud Schäfer, aufgenommen während der Eröffnung der Ausstellung „Papier Papier Papier“ im Museum Industriekultur Osnabrück. Foto: David Ebener

Osnabrück. Aus dem Anlass 625 Jahre Papier zeigt das Museum Industriekultur „Paperdresses“ von Schülerinnen der Domschule und eine Rauminstallation der Osnabrücker Künstlerin Hiltrud Schäfer.

Die fünf jungen Models im Museum Industriekultur tragen ihre extravagante Mode ganz lässig, denn sie haben Übung: Im Rahmen des Projekts „Paperdresses“ an der Domschule hatten insgesamt 26 Schülerinnen Kleidungsstücke aus Papier angefertigt und anschließend im Rahmen einer Modenschau öffentlich präsentiert.

Als Rolf Spilker, Direktor des Industriemuseums, überlegte, was er zum Anlass 625 Jahre Papier in einer Stadt präsentieren könne, die traditionell mit der Papierherstellung verbunden ist, erfuhr er von dem Schulprojekt, das Kunstlehrerin Sabine Witt und ihre Kollegin Sabine Joachimmeyer initiiert hatten. Die Projektteilnehmerinnen hatten ausgiebig Packpapier zusammenknüllt. Nachdem das Material so „gefügig“ gemacht worden war, wurde gebügelt, geschnitten und bemalt. Die einen verpassten ihren Röcken rote Herzen, andere beklebten ihre Kleider mit Schnittmuster-Resten, sodass es aussah, als hätte ein moderner Designer oder konkreter Künstler Hand angelegt.

Dass Künstlerin Hiltrud Schäfer in das Projekt involviert war, führte jetzt dazu, dass nicht nur die „Paperdresses“ der Schülerinnen und die dazugehörigen Objektkästen im Museum gezeigt werden, sondern auch eine raumgreifende Installation der Künstlerin.

Mitten im Haseschachtgebäude, neben dem Aufzug, der Besucher in den freigelegten Stollen im Berg befördert, hängen zahllose Papierknäuel an unsichtbaren Nylonfäden, wie ein Bienenschwarm, nur luftiger und bunter. „Ich arbeite ja schon seit langer Zeit mit Papier, auf unterschiedlichste Art“, erklärt Schäfer. Um das Potenzial und die Vielfältigkeit des Werkstoffs zu demonstrieren, kreierte sie die Installation für diesen besonderen Raum, indem sie hunderte Seiten von Kunstmagazinen zerknüllte, an Nylonfäden aufreihte und an der Decke befestigte. Einige Knäuel malte sie zusätzlich an, um in diesem „Schwarm“ farbliche Akzente zu setzen. Wie ein riesiges Mobile hängen sie jetzt dort und bewegen sich sanft, wenn ein Windzug durch den Haseschacht geht.