Gesundes Frühstück für Schüler Erstklässler lernen, wie wichtig ein gesundes Frühstück ist



Osnabrück . Rund 1500 Brotdosen mit einem gesunden Frühstück haben die Innungen der Freien Fleischer und der Bäcker an die Erstklässler in Osnabrück Stadt und Landkreis verteilt. Bei der von der Kreishandwerkerschaft Osnabrück imitierten „Aktion Schulfrühstück“ besuchten jeweils ein Mitarbeiter einer Fleischerei und ein Mitarbeiter einer Bäckerei gemeinsam eine Grundschule, um den I-Männchen zu erzählen, wie ein gesundes Frühstück aussehen kann.

Mit großen Augen schauten die 57 Erstklässler der Grundschule Eversburg gespannt zu, als Charissa Gillette von der Bäckerei Justus in Bramsche und Fleischermeister Erik Schürkamp von der gleichnamigen Fleischerei aus Osnabrück sie in der Mensa ihrer Schule besuchten. Mitgebracht hatten die beiden für jedes Kind eine Brotdose in Form eines Rennwagens sowie ein belegtes Brötchen und zwei Tomaten. Die Brötchen hatten die beiden Lebensmittelhandwerker zuvor gemeinsam geschmiert.

Gutes Handwerk

Schürkamp betonte, die Kinder hätten jeweils ein „gutes handwerkliches Brötchen“ bekommen, das Gillett mitgebracht hätte. Und die Brötchen wären meist mit feiner Schinkenwurst aus seiner Fleischerei belegt worden. „Das ist Kinderwurst, und die ist bei Kindern mit Abstand am beliebtesten“, wusste der Fleischermeister, der natürlich auch an die muslimischen Kinder gedacht hatte: Ihre Brötchen waren mit Rindersalami belegt. (Weiterlesen: Expertin gibt Tipps für gesunde Ernährung)

Die Lehrer achten auf das Frühstück

„Bei uns sind die Lehrer dazu angehalten, zu gucken, ob die Kinder Frühstück dabei haben“, berichtete Schulleiterin Cornelia Klösel, deren Schule von der Kindertafel jeden Morgen mit Frühstücksutensilien beliefert wird. Kinder, die nichts zu Essen mitbekämen oder ihr Essen zuhause vergessen hätten, dürften sich etwas von den Gaben der Tafel nehmen. Die Lehrer müssten die Schüler teilweise stoppen. „Denn da sind immer leckere Sachen mit dabei“, wusste die Schulleiterin, die immer wieder erfahren müsse: „Das manche Kinder sehr auf sich alleine gestellt sind, sich selbst um ihr Frühstück kümmern müssen und nichts im Kühlschrank zu Hause finden.“ (Weiterlesen: Mehr zum Thema auf dem NOZ-Themenportal Familie)

Wellness wichtiger als Frühstück

Generell müsste die Schule regelmäßig feststellen, dass Schüler kein Frühstück mitbekämen oder ein auch mal ein drei Tage altes Brot dabei hätten. Jens Fuhrmeister von der Signal-Iduna-Krankenkasse, die die Brotdosen gesponsort hatte, wiederum berichtete: „Ich habe schon miterlebt, dass den Eltern Wellness zu machen wichtiger ist, als ein Frühstück für ihre Kinder.“ (Weiterlesen: Was bedeutet gesunde Ernährung?)

Gefrühstück wird zusammen

Um ein Auge darauf zu haben, ob und aus welchen Gründen Kinder ohne Pausensnack zur Schule kommen, frühstücken die Grundschüler in Eversburg in der großen Pause morgens stets gemeinsam mit ihren Lehrern in ihrem Klassenraum. „Wir sind in Bezug auf das Frühstück sehr sensibel“, so Klösel. Fiele den Lehrern auf, das Schüler immer wieder wenig zum Frühstücken mit dabei hätten, würde ein Gespräch mit den Eltern gesucht, so die Schulleiterin. Doch auch wenn, Eltern ihren Kindern ein Pausenbrot mitgäben, sei dies nicht automatisch gesund, hatte wiederum Schürkamp festgestellt. Er ärgerte sich: „Die Milchschnitte ist für manche das Maß aller Dinge.“ Daher nutzten Schürkamp und Gillette den Besuch bei den Grundschülern, um den Kindern kurz zu erklären, was zu einem gesunden Frühstück dazu gehört.

Brotdosen kommen an

Und wie gefiel den Kindern die Aktion? „Ich findet das richtig gut“, erklärte Abu (6) mit Blick auf seine Brotdose, die er nicht mehr los lies. Auch Valerie (6) gefiel die Dose gut, und sie erklärte auf Nachfrage: „Ich hatte heute ein Croissant, Gurke und Tomate und was zu Trinken mit.“ Als alle Brotdosen verteilt waren, stellte auch Gilette fest: „Ich fand die Aktion sehr angenehm und war positiv überrascht.“ Besonders gefreut habe sie: „Wenn die Kinder gelächelt haben.“ Und Fuhrmeister hatte wieder einmal bemerkt: „Die Rennwagen-Dosen sind geschlechterübergreifend besonders begehrt.“


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