Spende über 60 PS Steckenpferde für Drei-Religionen-Schule in Osnabrück

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Steckenpferde für die Drei-Religionen-Schule. Die Herrenteichslaischaft hat dafür gesorgt, dass die Kinder der noch jungen Schule standesgemäß am Friedensumzug teilnehmen können. Foto: Elvira PartonSteckenpferde für die Drei-Religionen-Schule. Die Herrenteichslaischaft hat dafür gesorgt, dass die Kinder der noch jungen Schule standesgemäß am Friedensumzug teilnehmen können. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Die Herrenteichslaischaft hat am Montag 60 Steckenpferde an die Drei-Religionen-Grundschule in Osnabrück übergeben.

Am 15. Oktober schwingen sich die Osnabrücker Grundschüler wieder auf die Steckenpferde, um an den Westfälischen Frieden von 1648 zu erinnern. Die noch junge Drei-Religionen-Grundschule ist zum ersten Mal dabei und stand bis zuletzt vor einem kleinen logistischen Problem: Sie besaß noch keine Steckenpferde. Die Herrenteichslaischaft sprang jetzt ein und übergab am Montag 60 der possierlichen Holztierchen an die Kinder.

„Wir haben uns der Kunst- und Kulturförderung in der Stadt verschrieben. Bei dieser Sache haben wir gesagt: Wir machen das, weil das ein Stück Osnabrücker Stadtgeschichte ist“, sagte Christian Mohrbutter von der Herrenteichslaischaft.

Schulleiterin Birgit Jöring und die Schüler der vierten Klasse nahmen die Steckenpferde entgegen, die in den Werkstätten der Heilpädagogischen Hilfe angefertigt worden sind. Das passende Lied zum Ritt hatten sie auch schon auf Lager. „Wir sind besonders dankbar für diese Spende, weil wir momentan sehr beschäftigt sind und kaum Zeit gehabt hätten, selbst Steckenpferde zu basteln“, sagte Birgit Jöring.

Der Grund dafür ist unter anderem die Betreuung von momentan zwölf Flüchtlingskindern ohne Deutschkenntnisse in der Drei-Religionen-Schule – ein erheblicher Mehraufwand im Unterricht. „Zum Glück haben wir in jeder Klasse sowieso auch arabischsprachige Schüler.“ An kompetenten Übersetzern herrscht also kein Mangel, trotzdem ist natürlich Sprachunterricht für die neuen Mitschüler nötig.

Laischaft als Förderer

Die Herrenteichslaischaft ist eine von zwei noch bestehenden Osnabrücker Laischaften, die im 16. Jahrhundert gegründet wurden. Die Bürgervereinigung hielt damals Weidegrund außerhalb der Stadtmauern im heutigen Schinkel. Nach und nach verloren die Laischaften an Bedeutung, viele Grundstücke wurden verkauft und versteigert. Nur die Heger Laischaft und die Herrenteichslaischaft gibt es heute noch. Mit den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung ihres Grundbesitzes unterstützt letztere unter anderem Maßnahmen zur Kunst- und Kulturförderung, zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und zur Erhaltung historisch bedeutender Bauwerke. So investierte die Laischaft 6000 Euro in die Sanierung und technische Instandsetzung des Haarmannsbrunnens.


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