Mit Hegeringfest Sonniges Erntedankfest auf Hof Kolkmeier in Atter

Von Carolin Hlawatsch


Osnabrück. Eine Gemeinde hilft sich selbst: Alle Vereine und Kirchen aus Atter wirkten am Sonntag mit beim nun 5. Erntedankfest auf Hof Kolkmeier. Der Fest-Erlös kommt Kindern und Jugendlichen im Stadtteil zu Gute, sowie dem Flüchtlingsheim Natruper Holz.

Strahlende Gesichter, im Heu tobende Kinder und in der Sonne in warmen Farben leuchtende Kürbisse - rund 1500 Besucher genossen am Sonntag die heimelige Atmosphäre des beliebten Erntedankfests auf dem Hof Kolkmeier. Unter den Gästen war auch der IGEV Bildungsverein aus dem türkischen Iskenderun. „Dessen Mitglieder sind derzeit Gast bei Familien in Atter. Mit dem Erntedankfest lernen sie ein Stück typisch deutscher Kultur kennen“, erklärte Karin Kalkmann vom Runden Tisch Atter, einem Zusammenschluss der Kirchen und Vereine  die schon seit 2001 das Erntedankfest auf die Beine stellen. 

Eingeläutet wurde das Fest um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. In der herbstlich geschmückten Scheune und auf dem gesamten Hofgelände fand danach den ganzen Tag über buntes Programm statt. Der  „Abseits?!“-Chor der Tageswohnung für wohnungslose Menschen sang „Über den Wolken“, derweil Johanna Hellmann (11) und Lara Mieser (14) von den Sportfreunden Lotte tatsächlich hoch oben schwebten. Sie boten dem staunenden Publikum eine Show auf ihren Hochrädern. 

Alicia (8) und ihr Opa Rudolf Harloff aus Atter bauten mit vielen anderen Besuchern unter Anleitung der Osnabrücker Jägerschaft ein eigenes Insektenhotel. „Das kommt zuhause auf unseren Balkon“, plante Alicia. Genau wie sie interessiert sich auch der sechsjährige Adrian für die Natur. Zusammen mit seiner Mutter Sabine Hertramph aus Atter nahm er am Tierquizz der Hegeringe Nord und West teil. Das Hegeringfest war zum ersten Mal Teil des Erntedankfests auf Hof Kolkmeier. „Unser Lernort Natur passt gut in den Kontext Landwirtschaft und somit auch auf dieses Fest“, so Ludger Pott, Naturschutzobmann der Jägerschaft Osnabrück. Für das Natur-Quizz stellten er und seine Kollegen zahlreiche Präparate von Tieren aus, die im Stadtgebiet Osnabrücks leben. Die Besucher staunten über Fuchs, Uhu und eingewanderte, inzwischen etablierte Arten wie Waschbär und Marderhund. Die Jäger erklärten, dass Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche durch Lebensraumverlust zu den Verlierern im Stadtgebiet gehören. Mit Umweltschutzmaßnahmen wie dem Anlegen von Blühstreifen, Reduzieren von Pflanzenschutzmittel-Einsatz und dem Dulden von Wildkräutern auf den Kulturflächen müsse die Insektenvielfalt erhalten und somit das notwendige Futterangebot für diese bedrohten Vögel sicher gestellt werden. 

„Leider haben sich viele Erwachsene und somit auch deren Kinder von der Natur entfernt“, weiß der Naturschutzobmann. Mit Veranstaltungen wie dem Erntedankfest, auf dem es Spiel, Spaß und Informationen rund um Nutz- sowie Wildpflanzen und die heimische Tierwelt gibt, rücken sie nicht nur einer Tradition, sondern auch der Natur wieder ein bisschen näher.