e-Goggomobil in Osnabrück Azubis präsentierten Oldtimer mit Elektroantrieb


Osnabrück. Fast drei Jahre Bauzeit stecken in dem Elektroauto e-Goggo, das von rund 60 Auszubildenden der Unternehmen KME Germany, Georgsmarienhütte GmbH und Stadtwerke Osnabrück weitgehend in Eigenregie entwickelt wurde. Jetzt wurde das rundumrestaurierte Elektromobil an der Hochschule Osnabrück der Öffentlichkeit präsentiert.

Nach der feierlichen Enthüllung des e-Goggo im neuen Hörsaalgebäude auf dem Westerberg, wollte jeder der Azubis einmal eine Runde über den Campus drehen. Fast lautlos schnurrte das umgebaute Cabrio durch den einsetzenden Regen. „Der e-Goggo ist in etwa genauso schnell wie das Goggomobil damals: sechzig bis siebzig Stundenkilometer in der Spitze“, so Christian Bloom, Ausbildungsleiter der Georgsmarienhütte GmbH und ehemaliger Besitzer des Oldtimers.

Ein echtes Schmuckstück

Er hatte seinen Wagen der Initiative „ProAusbildung“ zur Verfügung gestellt und das gesamte Projekt begleitet. Mit Stolz schaue er darauf, was die Azubis geleistet haben, um aus dem Goggo ein „echtes Schmuckstück“ zu machen. 

„Der e-Goggo sieht geil aus, und das muss er auch, denn er soll junge Menschen für eine Ausbildung begeistern“, erklärte Felix Osterheider, Arbeitsdirektor der Georgsmarienhütte GmbH, zum Hintergrund des Projekts. In Zukunft soll das Auto, zu dem auch ein kleiner Anhänger mit einem Präsentationsbildschirm gehört, unter anderem auf Jobmessen eingesetzt werden. 

Vanessa Kleinfeld, die bei KME mittlerweile ein duales Studium als Wirtschaftsingenieurin abgeschlossen hat, war von Anfang an dabei. „Wir kannten uns vor dem Projekt mit Oldtimern noch gar nicht aus, sodass wir uns erst einmal einen Überblick darüber verschaffen mussten, was überhaupt zu tun ist.“ Daraus entstand ein Handbuch, in dem alle Arbeitsschritte genau festgehalten waren.

Umbau des Kofferraums als Herausforderung

Zur Demontage des Fahrzeugs landete es bei der Georgsmarienhütte. „Wir haben uns jedes Bauteil ganz genau angeschaut und genau nach Plan durch modernere Teile ersetzt oder entsprechend angepasst“, berichtete Pia Jesse, Auszubildende zur Industriemechanikerin im Stahlwerk. Der Abbau des Cabrio-Dachs und der Umbau des Kofferraums seien dabei die größten Herausforderungen gewesen. 

Die Karosserie blieb bei der Hütte, das Fahrgestell wurde zur weiteren Bearbeitung zu KME gebracht. „Wir haben es komplett mit dem Sandstrahler bearbeitet und wichtige Zerspanungsteile wie das Armaturenbrett, die Lampenringe und den Kühlergrill neu gefertigt“, erinnerte sich Mirco Althoff, der bei KME eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker absolviert. Den Batteriebehälter und Teile des Innenausbaus haben sie ganz neu entwickelt.

Zum Schluss ging es noch um den Elektroantrieb des e-Goggos, für den die Azubis der Stadtwerke verantwortlich waren. „Die Batterien befinden sich unter einer Plexiglasscheibe auf der Rückbank des Wagens“, erklärte der angehende Wirtschaftsingenieur Florian Schulte von den Stadtwerken Osnabrück. Die Steckdose zum Aufladen befinde sich vorne. Bis zu 150 Kilometer weit komme man mit einer vollen Ladung.

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