Serie Osnabrücker Chöre Yellow ist ein Frauenchor

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Die Band Coldplay stand Pate bei ihrem Namen: Der Yellow-Chor um seine einzigen Mann, Chorleiter Chris Mews. Foto: Elvira PartonDie Band Coldplay stand Pate bei ihrem Namen: Der Yellow-Chor um seine einzigen Mann, Chorleiter Chris Mews. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Seit fünf Jahren singen bis zu 27 Frauen Lieder aus den unterschiedlichsten Bereichen, bevorzugt aber Pop und Jazz. Der einzige Mann im Vokal-Ensemble ist Chorleiter Christian Mews.

Sie schnippen, sie stampfen, sie zeigen, während sie „Jump“ von Van Halen singen, mit erhobenen Armen die „ mano cornuta “, das Heavy-Metal Zeichen des Gehörnten. Die 27 Frauen, die unter dem Namen Yellow als Chor auftreten, können aber auch ganz anders als böse. Nämlich wunderschön, wenn sie den Song von Coldplay singen, der ihrem Chor den Namen gab: „Yellow“. Das muss man sich vorstellen, als wenn die süßliche Stimme von Coldplay-Sänger Chris Martin vervielfältigt und in einen dreistimmigen Modus versetzt würde. Zum Dahinschmelzen.

„Eigentlich haben wir mit der 1940er Ballade `A Nightingale Sang In Berkeley Square´ angefangen“, erklärt Chorleiter Christian Mews, ein studierter Jazzmusiker aus Münster. Das war im Jahr 2010. Aufgrund eines Aushangs in der Hochschule Osnabrück war er auf Nadine Nuxoll aufmerksam geworden. „Ich hatte schon in anderen Chören mitgemacht“, sagt die Osnabrückerin. Aber alle hatten ihr nicht wirklich zugesagt. Also setzte sie sich in den Kopf, mit einigen Freundinnen einen eigenen Chor zu gründen. „Wir waren fünf Mädels, daher dachten wir, wir machen einen Aushang an der Hochschule um einen Chorleiter zu finden, den wir uns leisten können“, erinnert sich Nuxoll. An ihrer Brust schläft gerade ihr vier Wochen alter Sohn Theo, der das Belcanto der Frauen offenbar beruhigend findet.

Apropos Kinder: Wenn man sich den facebook-Auftritt des Chores anschaut, bekommt man den Eindruck, er trete nur bei Hochzeiten auf, bevorzugt bei den eigenen der Chorgenossinnen. Tatsächlich erfährt man bei näherer Nachfrage, dass die Frauen, überwiegend in der Altersklasse Mitte 30, in den fünf Jahren der Chorgeschichte bereits 17 Babys zur Welt gebracht haben. „In ein paar Jahren machen wir dann einen Kinderchor auf“, meint Mews lachend und stimmt einen Song an, den er speziell für den Yellow Chor geschrieben hat: „Das Eingangslied“. Das wollen die Frauen fortan immer zum Beginn ihrer Konzerte singen und so mit einem Augenzwinkern auf ihre Prioritäten hinweisen: „Geld, Geld, Geld“, singen sie im Chorus, und „Es ist schön, hier bei Euch zu sein“.

Fünf bis zehn Auftritte absolviert der Damenchor im Jahr – und es sind nicht nur Hochzeiten, die die Frauen mit ihren Stimmen verschönern. Ob Firmung oder Weihnachtsandacht in der Christus König Kirche in Haste, ob Konzert für Freunde und Bekannte im Johannes-Prassek-Haus einmal im Jahr oder Chortreffen in Ibbenbüren, stets ist es ihnen ein Vergnügen, vor Publikum ihre Stimmen zu erheben. Zu einem besonderen Event wurden sie in diesem Jahr in die Lutherkirche eingeladen: Am 6. November findet dort das „GPC 2015“ statt, ein Benefizkonzert mit fünf Chören, die für die Caritas Flüchtlingshilfe auf ihre Gage verzichten.


Name: Yellow

Chorleiter: Christian Mews

Proben: montags, 19 - 20.30 Uhr, Johannes-Prassek-Haus,

Bramstraße 105

Organisation: freier Frauen-Chor, kein Mitglied im Chorverband

Kosten: 15 Euro monatlich

Kontakt: christian@mc-mews.de

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