Stadtbahn-Initiative Stillstand beim versprochenen ÖPNV-Ausbau in Osnabrück

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Stadtbahn-Initiative geht der Umstieg auf einen zukunftsfähigen, klimaschützenden Nahverkehr nicht schnell und nicht weit genug. Foto: Michael GründelDer Stadtbahn-Initiative geht der Umstieg auf einen zukunftsfähigen, klimaschützenden Nahverkehr nicht schnell und nicht weit genug. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Für die Stadtbahn-Initiative kommt die Lösung auf Schienen: Nur durch Verlagerung des öffentlichen Nahverkehrs von Bussen auf Bahnen könne Osnabrück seine selbst gesteckten Klimaschutzziele erreichen. Um wegweisende Entscheidungen werde sich aber gedrückt. „Die Zeit drängt!“

Mehr als eineinhalb Jahre seien vergangen, seit der Nahverkehrsplan für Osnabrück verabschiedet wurde. Jedoch gebe es noch immer keine Klarheit darüber, wie der ÖPNV vor Ort weiterentwickelt werden soll, bemängelt die Stadtbahn-Initiative in einer Mitteilung. Auf die „angekündigten gravierenden Verbesserungen“ warte man mithin vergeblich. (Weiterlesen: ÖPNV-Ausbau in Osnabrück – beschlossen und vergessen?)

Gemeint ist ein innovatives Bussystem, das auf umweltfreundlichen Antrieb und beschleunigte Trassen setzt. Es soll eine Alternative zum Oberleitungsbus darstellen. Der Obus galt bei der Osnabrücker Planungsgesellschaft Nahverkehr (Planos) lange als Favorit, spielt in den weiteren Überlegungen aber keine Rolle mehr.

Dreimal so viele Fahrgäste bis 2030?

Die Stadtbahn-Initiative hält eine Ertüchtigung des bestehenden Bussystems für unerlässlich. Langfristig führt aus ihrer Sicht allerdings kein Weg an einem schienengebundenen Transportmittel vorbei. Nur so sei Osnabrück in der Lage, jenes Fahrgastaufkommen zu bewältigen, das die aus Klimaschutzgründen geplante Steigerung des ÖPNV-Anteils an der gesamten Verkehrsnachfrage (Modal Split) verursachen würde.

Bis 2030 etwa wäre fast mit einer Verdreifachung der Fahrgastzahlen zu rechnen, erklärt die Stadtbahn-Initiative unter Berufung auf den Klimabeirat. Zumal die Ausgangslage nur halb so gut sei, wie im Masterplan Mobilität von 2010 angenommen: Darin war von einem Modal-Split-Anteil des ÖPNV von 16 Prozent die Rede. Tatsächlich seien es nur 8 Prozent.

Busse allein zum Scheitern verurteilt

„Wenn die Klimaschutzziele nicht grandios verfehlt werden sollen, bedeuten die Zahlen nicht nur größere Anstrengungen, sondern verlangen auch ganz neue Berechnungen der Systemkapazitäten“, schlussfolgert die Stadtbahn-Initiative. In der ÖPNV-Machbarkeitsstudie von 2014, auch bekannt als Lindschulte-Gutachten, sei es versäumt worden, die Möglichkeiten für eine Straßen- oder Stadtbahn „ernsthaft“ zu untersuchen. Auch die Verkehrsbeziehungen zwischen Stadt Osnabrück und Umland hätten keinen Eingang in die Mengenberechnungen gefunden.

Für die Stadtbahn-Initiative ist allerdings klar: „Ein reines Bussystem muss angesichts der erforderlichen Zuwächse scheitern.“ Nur die Schiene könne den Anforderungen an einen „zukunftsfähigen, klimaschützenden Nahverkehr“ gerecht werden. Sie erlaube nicht nur den komfortablen Transport von immer mehr Fahrgästen, sondern bewege auch mehr Autofahrer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Und gerade im Speckgürtel der Stadt Osnabrück gebe es dafür „sehr großes Potenzial“. (Weiterlesen: ÖPNV-Offensive statt Bürgerticket in Osnabrück)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN