Im Osnabrücker Heger-Tor-Viertel Kulturfest „Auf ein Wort“: Event mit Regeneinlage

Von Uta Biestmann-Kotte

Kaum hatte Björn Tillmann vom „Sommerregen“ gesungen, setzte ein Nieselschauer ein. Foto: Hermann PentermannKaum hatte Björn Tillmann vom „Sommerregen“ gesungen, setzte ein Nieselschauer ein. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Das Kulturfest „Auf ein Wort“ im Osnabrücker Heger-Tor-Viertel entwickelte sich zum spätsommerlichen Event mit Regeneinlage.

Während Leseratten in der Lagerhalle und unter den überdachten Büchertischen von SKM und der Bürgerinitiative „vordemberge-gildewart“ stöberten, beendeten auf der Bühne vor dem Kulturhaus Singer-Songwriterin Julia Rieck und Poetry-Slammer wie Dierk Seidel, Jenny Brames und Jan-Niklas Kemper ihr Programm.

Pünktlich um 15 Uhr holte Klaus Terbrack (Fokus e.V.) den Osnabrücker Musiker Björn Tillmann auf die Bühne, der mit Songs wie „Auf den Dächern“ oder „Nuara“ den nächsten Programmschwerpunkt einleitete. Und als hätte ihn der Regen beim Wort genommen: Kaum hat Singer-Songwriter Tillmann seinen Song über „Sommerregen“ beendet, setzt ein weiterer Nieselschauer ein.

Unter dem Motto „Erfahrungen, Erlebnisse, Erkundungen“ präsentierten bei „Auf ein Wort“ (Veranstalter: Interessengemeinschaft Heger-Tor-Viertel e.V. in Kooperation mit Fokus e.V., Lagerhalle e.V., Heilpädagogische Hilfe Osnabrück, Soziale Dienste SKM gGmbH, VG-Initiative) Autorinnen und Autoren aus Lingen und Osnabrück eine kurzweilige Mischung aus Satire, Lebenshilfe und TV-Nostalgie. Den Anfang machte Uta Lanwermeyer aus Hilter mit ihrem spirituellen Roman „Das Leben nimmt mir keiner ab“. Darin verwebt sie den Neubeginn einer älteren Frau mit verschiedenen Wahrnehmungsformen.

Einen satirischen Blick auf die Reaktionen von Passanten angesichts eines verunfallten Linienbusses bot der Lingener Heinz Steinborn mit seiner Erzählung „Hauptsache im Bild“. Ebenfalls aus Lingen kam Buchautor und Verkaufstrainer Oliver Schumacher, der kurzweilige Tipps gegen Abzocker gab.

Der Osnabrücker Autor Harald Keller lieferte wiederum mit Kostproben aus seinem Buch „Die Geschichte der Talkshow in Deutschland“ skurrile Rückblicke in die Anfangszeit des Nachkriegsfernsehens, in der es Diskussionssendungen wie „Die Antwort der Mönche“ gab oder die sandfarbene Bluse einer Ansagerin zum Skandal geriet.

Schließlich wechselte der Themenschwerpunkt auf der Lesebühne bei zunehmendem Regen zu den „Buchvorstellungen“. Während Maria Braig aus „Amra und Amit. Abschiebung in eine unbekannte Heimat“ ein erneut aktuelles Thema behandelte, las Heike Drogies aus „Lebenskünstler - Im besten Alter“. Das verbliebene Publikum hatte sich da schon längst unter die Schirme des nahen „Biercarées“ geflüchtet und so dem Regen das letzte Wort überlassen.