Ausgeklügelter Klangkosmos Konzert des Folk-Trios „Väsen“ im Lutherhaus

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Mit ihrem virtuosen Zusammenspiel und einer innovativen Interpretation der musikalischen Traditionen ihres Heimatlandes sorgten „Väsen“ im Lutherhaus für Begeisterung. Foto: Elvira PartonMit ihrem virtuosen Zusammenspiel und einer innovativen Interpretation der musikalischen Traditionen ihres Heimatlandes sorgten „Väsen“ im Lutherhaus für Begeisterung. Foto: Elvira Parton

cby Osnabrück. Klangliche Vielfalt aus einem Guss – eine Beschreibung, dem das virtuose Spiel des schwedischen Folk-Trios „Väsen“ mehr als gerecht wird. Mit ihren fein abgestimmten Arrangements verzauberte die Formation beim Auftritt im Lutherhaus ihr Publikum.

Bereits die ersten Takte ließen die unbändige Spielfreude der drei Musikern erahnen. Die treibende Rhythmik drängte nach vorn und doch entfaltete das perfekt ineinandergreifende Zusammenspiel eine Atmosphäre, bei der sich unbändige Lebensfreude und Melancholie gleichzeitig entfalten konnten.

Instrumentalstücke von zeitloser Schönheit

Es waren Instrumentalstücke von zeitloser Schönheit, mit denen Olov Johansson an der Nyckelharpa (Schlüsselfiedel), Roger Tallroth an der Gitarre und Mikael Marin an der Viola musikalische Traditionen ihres Heimatlandes aufgriffen, um sie auf ihre ganz eigene, innovative Art zu interpretieren. Dabei ließen sich die drei auf ein beeindruckendes Wechselspiel ein, brach doch immer wieder eines der Instrumente aus dem gemeinsamen Klangfluss aus, um eigene Akzente zu setzen, und sich dann wieder harmonisch einzufügen, wie unter anderem bei dem Stück „Polska for Tom Morrow“ und „Linnaeus Polones“. Die Freude am gemeinsamen Musizieren war den Musikern auch noch nach 26-jährigem Bestehen ihrer Formation, einschließlich 16 veröffentlichter Tonträger, in jeder Sekunde anzumerken.

Schwedisches Nationalinstrument Nyckelharpa

Als an Roger Tallroths Gitarre eine der zwölf Seiten riss, nutzte Olov Johansson die Unterbrechung für eine kurzweilige Erläuterung der als schwedisches Nationalinstrument geltenden Nyckelharpa. Trockenen Humor bewies er dabei unter anderem, als er die wachsende Beliebtheit des Streichinstruments in zahlreichen Ländern augenzwinkernd als „schwedischen Kulturimperialismus“ auf die Schippe nahm.

Wie hervorragend er selbst das Spiel auf der mit einem kurzen Bogen gespielten Nykelharpa beherrschte, stellte Johannson unter anderem bei den jähen Tempiwechseln und den feinen, klanglichen Verästelungen unter Beweis, mit denen die Musiker nahezu jedes Stück ausschmückten. Auch in der zweiten Hälfte bewies das Trio mit Stücken wie „Magnus“ und „Byggnan“, dass innovativer Folk, jahrelange Live-Erfahrung und die Lust am Musizieren exzellente Voraussetzungen sind, um sein Publikum restlos zu begeistern.


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