Osnabrücker Kunstprojekt Ausstellung „Konkret mehr Raum“ geht zu Ende

Von Dr. Stefan Lüddemann


Osnabrück. Das Osnabrücker Kunstprojekt „Konkret mehr Raum“ geht am 13. September 2015 zu ende. Das Projekt macht Lust auf mehr. Das sagen Kuratorinnen und Kunstexperten.

Osnabrück. „Die Ausstellung ist ein Beleg dafür, dass es gelingen kann, mit dem Bezug auf Friedrich Vordemberge-Gildewart neue Ideen und Projekte zu entwickeln“, sagt Siegfried Hoffmann, Initiator der Osnabrücker „VG-Initiative“, zu der Ausstellung „Konkret mehr Raum“, die an diesem Sonntag in Osnabrück zu Ende geht. 20 internationale Künstlerinnen und Künstler hatten seit dem 14. Juni Skulpturen und Installationen in der Kunsthalle, dem Kulturgeschichtlichen Museum, dem Felix-Nussbaum-Haus und im Stadtraum gezeigt.

Mit ihrem Ausstellungskonzept wollten die Kuratorinnen Elisabeth Lumme, Valerie Schwindt-Kleveman und Julia Draganovic an die Kunst des Osnabrücker Konstruktivisten Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899–1962) anknüpfen. Für Aufregung sorgten dabei Kunstprojekte im Außenraum. Gerade Michael Johanssons „Public Square“, eine Installation aus gebrauchten Möbeln im Heger Tor, wurde kontrovers diskutiert. (Hier weiterlesen: Zehn Fragen und Antworten zur „VG-Initiative“) .

„Es gab viele Rückmeldungen von Bürgern und nach einiger Zeit auch Dankbriefe gerade zu dieser Arbeit“, bilanziert Kunsthallen-Direktorin Julia Draganovic. Nach ihren Angaben haben rund 15000 Besucher die Beiträge des Kunstprojektes gesehen. „Konkret mehr Raum“ habe neue Wege in der Zusammenarbeit der Ausstellungshäuser aufgezeigt. Dieser Verbundcharakter hat nach ihren Worten dem Ausstellungsprojekt „mehr Aufmerksamkeit in der Stadt“ gebracht. (Hier weiterlesen: „Konkret mehr Raum“ im Qualitätscheck) .

Die Kunsthallen-Leiterin zeigte sich verwundert über Gerüchte zum Ausstellungsbudget in der Gesamthöhe von 200000 Euro. Dieser Etat sei in großen Teilen über Drittmittel eingeworben worden. Künstlerhonorare hätten nur den geringsten Teil des Betrages ausgemacht. Die Kuratorinnen verwiesen auf die Aufträge an Firmen der Region, die für die Kunstprojekte mit dem Geld finanziert worden seien. „Die Umsätze wurden in Osnabrück gemacht“, so Kuratorin Elisabeth Lumme. (Hier weiterlesen: „Konkret mehr Raum“ - die Ausstellungskritik) .

Es komme darauf an, für die Kunsthalle eine „Fördergeschichte“ zu bilden, um Sponsoren langfristig für Projekte des Hauses zu interessieren, sagte Julia Draganovic weiter. Da habe „Konkret mehr Raum“ geholfen. Kontinuitäten sind auch in anderer Hinsicht vorgezeichnet. So soll die „Gildewart Line“, die Lichtinstallation von Pedro Cabrita Reis, als Dauerleihgabe an der Fassade der Kunsthalle bleiben. Michael Beutlers „Bank“, die den Kirchenraum seit der Ausstellung des Installationskünstlers prägt, wird den Angaben nach „mindestens bis Ende 2016“ in der Kunsthalle verbleiben. (Hier weiterlesen: „Enlight my Space“ - Konkrete Kunst in Bremen) .

Als „sehr anspruchsvolles Projekt“ hat unterdessen Tobias Hoffmann, Leiter des Berliner Bröhan-Museums, die Ausstellung bezeichnet. Der Kunsthistoriker, der erst am 9. September im Rahmenprogramm der Schau über Konkrete Kunst heute referiert hatte, hob vor allem die Werke von Michael Johansson und Baptiste Debombourg hervor. Um Anknüpfungen an die Konkrete Kunst zu zeigen, hätte die Auswahl der Exponate aber „noch präziser“ sein müssen“, so Hoffmann. „Toll aber, wie hier die Häuser zusammengespannt worden sind“, sagte der Museumschef weiter. Sein Namensvetter Siegfried Hoffmann hofft auf Fortsetzungen. „Konkret mehr Raum“ habe gezeigt, wie nun auch mit anderen Themen größere Projekte angegangen werden könnten. „Da dürfen wir jetzt nicht zurückfallen“, so Siegfried Hoffmann. (Hier weiterlesen: Was sagt uns Konkrete Kunst heute?) .

Die Ausstellung „Konkret mehr Raum“ ist noch bis Sonntag, 13. September, 18 Uhr, zu sehen.