„Wochen der Kultur“ Interkulturelles Rudelsingen im Rosenhof in Osnabrück


Osnabrück. Gut 350 Zuschauer haben sich zum 29. Rudelsingen im Rosenhof in Osnabrück versammelt. Veranstalter David Rauterberg präsentierte Songs in zwölf verschiedenen Sprachen.

Das Rudel setzt sich ein wenig anders zusammen als sonst. Auf die obligatorische Frage von David Rauterberg, wer denn noch niemals bei einem „Rudelsingen“ dabei gewesen sei, meldet sich in den hinteren Reihen ungefähr ein Viertel der gut 350 Zuschauer im Rosenhof.

Songs in zwölf Sprachen

Ob diese „Novizen“ gekommen sind, weil das 29. Rudelsingen jetzt im Rahmen der „Wochen der Kulturen“ unter dem besonderen Motto „international“ oder „interkulturell“ stattfindet? Mag sein. Jedenfalls ist Veranstalter Rauterberg bemüht, seinem Programm einen weltläufigen Anstrich zu verleihen, indem er Songs in zwölf verschiedenen Sprachen präsentiert.

Texte auf einer Leinwand

Wer mit dem Begriff „Rudelsingen“ noch nichts anfangen kann: Es handelt sich um eine Veranstaltung, bei der das Publikum Eintritt bezahlt, um dann selbst zu singen. Auf der Bühne stimmt Rauterberg mit dem Pianisten Matthias Schneider Songs an, auf einer Leinwand erscheinen die Texte, und schon geht es los mit der Massenkaraoke.

Wer jetzt aber meint, zu solcher Veranstaltung kämen nur Menschen, die in ihrer Vokalleistung nicht gut genug für einen Chor wären, um so ihre Mängel in der Masse kaschieren zu können, der sollte sich mal „O Fortuna“ aus Orffs „Carmina Burana“ in der Rudelversion hören. Da sind schon einige Könner unterwegs. Rundum lautstarke Beteiligung erfahren allerdings eher NDW-Hits wie „Sternenhimmel“ oder der unsägliche 1970er Gassenhauer „Y.M.C.A.“ von den Village People.

Interkultureller Charakter

Diese Popkracher ist Rauterberg seinem Stammpublikum offenbar schuldig, mit inhaltlich anspruchsvolleren Songs von Bob Dylan und Pete Seeger, mit ethno-orientierten Liedern wie dem maorischen Kinderlied „Epo I Tai Tai“, dem mexikanischen Widerstandslied „La Bamba“ oder dem hebräischen Volkslied „Hava Nagila“ wird er dem interkulturellen Charakter schon eher gerecht. Und lernen können die Rudelsänger auch, denn wer wusste schon, dass der Sesamstraßenhit „Mah Nà Mah Nà“ eigentlich aus dem Soundtrack für einen italienischen „Saunafilm“ stammt?

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