Dialer-Prozess neu aufgelegt Landgericht Osnabrück verhandelt Computerbetrugsfall

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Die Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück verhandelt ab diesen Montag einen Fall aus dem Jahr 2002/2003. Es geht um Betrug mit Einwahlprogrammen ins Internet, sogenannte Dialer. Foto: dpaDie Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück verhandelt ab diesen Montag einen Fall aus dem Jahr 2002/2003. Es geht um Betrug mit Einwahlprogrammen ins Internet, sogenannte Dialer. Foto: dpa

pm/mhs Osnabrück. Die Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück verhandelt ab diesen Montag in der Neuauflage einen Fall aus dem Jahr 2002/2003. Es geht um Betrug mit Einwahlprogrammen ins Internet, sogenannte Dialer. Der Schaden soll bei mehr als 12,6 Millionen Euro gelegen haben.

Wenn die 10. Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück an diesem Montagmorgen um 9.15 Uhr zusammenkommt, dreht sich alles um einen groß angelegten Computerbetrug mit Internet-Einwahlprogrammen, sogenannte Dialer. Der Angeklagte, ein heute 45-jähriger Amerikaner namens Javier R., soll mit mehreren Komplizen in den Jahren 2002 und 2003 ein selbst entwickeltes System genutzt haben, das Tausende Internetnutzer ohne ihr Wissen auf kostenpflichtige Mehrwertrufnummern umgeleitet haben soll.

Mehr als 12,6 Millionen Euro Schaden

Dazu entwickelte die Gruppe offenbar sogenannte Autodialer, die unbemerkt vom User im Hintergrund arbeiteten. War das Betrugswerk vollendet, kaschierten Lösch- und Verschleierungsprogramme den illegalen Zugriff. Auch automatische Warn- und Sicherheitshinweise sollen unterdrückt worden sein. Unterm Strich sollen insgesamt mehr als 110 installierte Autodialer Verbindungen von fast 240.000 Rufnummern auf die kostenpflichtigen 0190-Mehrwertnummern umgeleitet haben. Der entstandene Schaden: mehr als 12,6 Millionen Euro.

Bundesgerichtshof hebt Urteil auf

Schon im Juni 2011 war der heute 45-jährige Angeklagte in dieser Sache verurteilt worden, ebenso wie seine Mitangeklagten. Wegen gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs in Tateinheit mit Datenveränderung hatte das Landgericht Osnabrück eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verhängt. Doch die Staatsanwaltschaft hatte Revision eingelegt, woraufhin der Bundesgerichtshof das Urteil gegen den Amerikaner 2012 aufhob. Nun geht der Prozess in die nächste Runde. Es sind fünf Verhandlungstage angesetzt, der erste startet an diesem Montagmorgen, der letzte soll am 16. September über die Bühne gehen.


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