Demonstration in Osnabrück 600 Menschen gehen in Osnabrück gegen Rassismus auf die Straße


Osnabrück. Gut 600 Menschen haben am Freitagabend gegen Rassismus und für Solidarität mit Flüchtlingen demonstriert. Die Teilnehmer zogen vom DGB-Haus über die Möserstraße, Georgstraße, Große Straße, Nikolaiort und Dielingerstraße über den Wall zurück zum Ausgangspunkt.

Der Start verzögerte sich nach zwei in Deutsch und Englisch vorgetragenen Stellungnahmen der Freizeit für Flüchtlingskinder und „No Lager“ durch einen ungebetenen Teilnehmer. Die Veranstalter vom „Netzwerk gegen Rassismus Osnabrück“ warfen ihm vor, Islamist zu sein, und „Islamismus ist ein Grund, warum Menschen aus ihrer Heimat flüchten“. Die Demonstration setze sich erst in Bewegung, wenn kein Islamist mehr dabei sei.

Konflikt mit Islamisten

Der Angesprochene wiederum warf den Veranstaltern vor, „Nazis“ zu sein. Zivilpolizisten bewirkten schließlich, dass sich der Mann, der anfangs mit aggressivem Verhalten aufgefallen war, entfernte.

„Unser Flüchtlingsproblem: Steuerflüchtlinge“ stand auf einem der Plakate, mit denen die Teilnehmer, die das Thema eher satirisch angingen. Das Bild des toten kleinen Aylan am Strand von Bodrum war nicht nur in den Köpfen: Einige Flüchtlinge hielte es hoch mit der Frage: Bis wann schweigen Sie?“

Flüchtlingen Einreise erlauben

Wenn Flüchtlinge aus Syrien, die in Deutschland anerkannt werden, problemlos einreisen könnten, wären sie nicht auf Schleuser angewiesen. Dann müssten keine Kinder und Erwachsenen sterben, sagte Patrick Seele vom Presseteam der des veranstaltenden Netzwerkes.

Die Redner verurteilten, dass allein im ersten Halbjahr 2015 so viele rassistische Übergriffe verübt wurden wie im gesamten vergangenen Jahr. Die Verharmlosung rassistischer Positionen und Verständnis gegenüber den „besorgten Bürgern“ schaffe allerdings den Nährboden für Rassismus. Auch die Einteilung in wirtschaftlich nützliche und nicht nützliche Flüchtlinge trage zur alltäglichen Hetze bei.

„Bramsche menschenunwürdig“

Das Land wurde aufgefordert, schnell neue Plätze für geflüchtete Menschen zu schaffen. Lager zur Unterbringung der Ankömmlinge lehnt das Netzwerk jedoch ab. Die Zustände wie in Bramsche seien menschenunwürdig und belastend für die dort Lebenden.


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