Arbeitskreis zu Besuch im Hafen CDU tritt für Ausbau der Osnabrücker Schleusen ein

Diese Schleuse ist nicht mehr zeitgemäß:  Mitglieder des Arbeitskreises Häfen und Schifffahrt der CDU-Landtagsfraktion mit Osnabrücker Unternehmern bei der Besichtigung der Haster Schleuse. Foto: Claudia SchillerDiese Schleuse ist nicht mehr zeitgemäß: Mitglieder des Arbeitskreises Häfen und Schifffahrt der CDU-Landtagsfraktion mit Osnabrücker Unternehmern bei der Besichtigung der Haster Schleuse. Foto: Claudia Schiller

Osnabrück. Unternehmen aus dem Osnabrücker Hafen beklagen, dass der seit langem geplante Ausbau der Schleusen nicht vorankommt. Seit Juli gebe es auch noch Engpässe, weil die Schleusen nur noch im Einschichtbetrieb besetzt sind. Der Arbeitskreis Häfen und Schifffahrt der CDU-Landtagsfraktion hat sich jetzt hinter diese Forderungen gestellt.

Im kommenden Jahr feiert der Osnabrücker Hafen seinen 100. Geburtstag. Genau so alt sind auch die Haster Schleuse und die Hollager Schleuse, die heute als die Nadelöhre des Stichkanals gelten. 100 Millionen Euro werden für ihre Modernisierung kalkuliert, aber bislang gibt es keine Finanzierungszusagen aus Berlin.

Bürgermeister Burkhard Jasper, als örtlicher Landtagsabgeordneter Gastgeber des Arbeitskreises, sprach sich für eine baldige Anpassung der beiden Schleusen aus. Nachdem der Stichkanal zwischen Pente und Osnabrück durchgehend für größere Schiffe ausgebaut sei, müsse jetzt der nächste Schritt folgen.

Die Stadt Osnabrück habe dafür mit mehreren Ratsbeschlüssen ein klares Signal gegeben, betonte Jasper. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass der Plan, einen neuen Hafen in Stirpe-Oelingen bei Bohmte zu bauen, das Aus für Investitionen in den Osnabrücker Hafen bedeute. Im Gegenteil: Der Hafen in Osnabrück müsse als Standortfaktor gestärkt werden.

Zudem sei er für das Stahlwerk Georgsmarienhütte lebenswichtig.

Auch der Wallenhorster Landtagsabgeordnete Clemens Lammerskitten bekräftigte, dass im Osnabrücker Hafen weiterhin Steine, Schrott, Zellulose und Öl umgeschlagen werden müssten. Aus der Region gebe es dafür ein klares Votum. Es biete sich aber eine Arbeitsteilung an: Bohmte sei möglicherweise als Containerhafen besser geeignet. Bernd-Carsten Hiebing, der Vorsitzende des Arbeitskreises, schloss sich an. Die CDU werde das Anliegen aus Osnabrück unterstützen, kündigte er an.

Einigen Unternehmen aus dem Hafen macht aber auch zu schaffen, dass die Schleusen seit Juli nur noch im Einschichtbetrieb gefahren werden. Viele Binnenschiffer würden Osnabrück deshalb vor allem am Wochenende meiden, erklärte Reinhard Schawe von der Q1 Energie AG. Denn wer am Freitag in den Osnabrücker Hafen fahre, komme erst am Montag wieder heraus.

In dieselbe Kerbe schlug Cemex-Geschäftsführer Peter Graf von Spee. Sein Unternehmen beziehe Sand aus dem Weserraum, und der sei mit dem Binnenschiff etwas preiswerter zu transportieren als mit dem Lkw. Weil der Bund die Schleusenzeiten aber ausgedünnt habe, werde es schwierig, Binnenschiffer für den Transport nach Osnabrück zu gewinnen. Die Folge: Wieder werde Verkehr auf die Straße verlagert.


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