Oktoberfeste in der Region Osnabrück 2015 Dirndl und Kniebundlederhose „sind fast schon Pflicht“

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Wer nicht in Tracht kommt, fällt auf beim Oktoberfest – auch in der Osnabrücker Region. Symbolfoto: Michael GründelWer nicht in Tracht kommt, fällt auf beim Oktoberfest – auch in der Osnabrücker Region. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Das Hollager Oktoberfest ist derart schnell ausverkauft, dass die Karten dafür schon zu Spekulationsobjekten werden. Die norddeutsche Variante der Wiesn-Gaudi hat sich nicht nur in dem Wallenhorster Ortsteil etabliert. Dirndl und Kniebundlederhosen gibts mittlerweile aus gutem Grund beim Discounter um die Ecke.

„O‘ zapft is“ heißt es sogar am Sandkasten. Für den 19. September beispielsweise hat die katholische Kita St. Elisabeth in Osnabrück Eltern und deren Kinder zur kleinen „Wies´n-Gaudi“ eingeladen – mit typisch bayrischen Schmankerl´n und Spielen und natürlich zu Beginn mit einem Tanz zur Musik der Gruppe Voxxclub (Rock me) und einer Miniplayback Show mit Oktoberfestliedern. Und selbstverständlich sollen alle Gäste möglichst in Dirndl und Lederhose kommen.

„Flutscht wie verrückt“

Wer sich an den Dresscode nicht hält, droht nicht nur in der Kindertagesstätte übel aufzufallen. „Mindestens 97 Prozent“ der Oktoberfest-Feiernden in Kloster Oesede , so schätzt Martin Pohlmeyer, tragen die aus Süddeutschland stammende Tracht. Pohlmeyer organisiert gemeinsam mit Günter Knoblich als Magü-Gastro GbR professionell Oktoberfeste in der Region. Und zwar sehr erfolgreich. „Es flutscht wie verrückt“, verrät Pohlmeyer.

Angefangen hat der Boom für die Beiden vor erst acht Jahren. Etwa Tausend Gäste passen in das Festzelt im GMHütter Stadtteil Kloster Oesede. Die Karten dafür sind derart schnell vergriffen, dass sich Werbung dafür schon beinahe verbietet. Mittlerweile ist das Kloster Oeseder Oktoberfest ein derartiger Selbstgänger, dass die Macher die Vorbestellungen fürs nächste Jahr beim laufenden Fest fast schon bremsen müssen. Insgesamt vier Veranstaltungen dieser Art organisieren Pohlmeyer und Knoblich, unter anderem auch als Firmenfeiern für geschlossene Gesellschaften. Damit der Ablauf im Festzelt nicht zu turbulent wird, gibt es ein kleines Erfolgsrezept. Die ersten drei Stunden bekommt man an der Theke keine Getränke. „Dann setzen sich die Leute brav an die Tische“ sagt Pohlmeyer. Dazu gibt es typisch bayrische Blasmusik „und nach einer halben Stunde stehen die Ersten auf den Bänken“. 12 Euro kostet die Eintrittskarte. Einlass ist um 12 Uhr. Spätestens um 22 Uhr ist Schluss mit lustig.

Ruckzuck ausverkauft

Die Kolpingsfamilie Hollage hat für ihr ebenfalls ruckzuck ausverkauftes Oktoberfest ein etwas anderes Erfolgsgeheimnis . Vorsitzender Heiner Placke räumt den eigenen rund 700 Mitgliedern ein Vorkaufsrecht für die 3500 Eintrittskarten ein. Jeder bekommt maximal fünf Tickets. In den freien Verkauf an Nichtkolpinger geraten die Karten erst gar nicht. Wohl auch deshalb werden die Tickets, die eigentlich 11 Euro kosten, im Internet-Verkaufsportal Ebay manchmal zu Preisen von 45 Euro angeboten. „Die sind doch bekloppt“, kommentiert Placke den Schwarzmarkt. Wegen der großen Nachfrage hat die Hollager Kolpingsfamilie ihr Oktoberfest auf zwei Abende ausgeweitet. Nach dem Samstagabend hat sich mittlerweile auch das Fest am Freitagabend etabliert. Noch strenger als beim Original in München ist man aber offenbar auch in dem Wallenhorster Ortsteil. „In Jeans fällt man auf, Lederhose und Dirndl sind fast schon Pflicht“, sagt Kolping-Vorsitzender.

Anfänge in der Turnhalle

Angefangen hat alles vor 15 Jahren in der Hollager Turnhalle „mit weniger als 700 Leuten als interne Veranstaltung“, erinnert sich Placke. 2006 wurde erstmals im Zelt gefeiert. Seit drei Jahren an sogar zwei Tagen. Das Besondere: Nur für ein Drittel der Gäste gibt es Sitzplätze. Dafür bietet die Tanzfläche Platz für mindestens Tausend Leute. „Fast alle Gäste laufen herum, treffen sich, unterhalten sich oder wollen tanzen“, weiß der Oktoberfest-Organisator, „auf anderen Veranstaltungen wollen die Leute mehr sitzen. Aber das wollen die Hollager nicht“.

8 Euro Eintritt

Nicht minder beliebt ist das Oktoberfest auch in Fürstenau . Dahinter steht die „Avantgarde von 1723“ des dortigen Bürgerschützenvereins. Ursprünglich wurde die Avantgarde als königliche Leibgarde gegründet, um diesen und sein Gefolge vor Angriffen zu schützen. Davon ist nicht viel geblieben. Die ehrenamtliche Gruppe um Sven Selker kümmert sich dieses Jahr das erste Mal um die Vorbereitung des Oktoberfestes. Es gibt eine beeindruckende Internetpräsenz. Der Vorverkauf läuft auf vollen Touren und mit großem Erfolg. 8 Euro kostet der Eintritt, zwischen 7 und 8 Euro eine Maß Bier – ganz genau stehe das noch nicht fest, sagt Selker. Das unterscheidet Fürstenau von München. In der bayrischen Landeshauptstadt liegt heuer der Durchschnittspreis für den Liter bei 10,22 Euro. Alles andere schreckt kaum ab: Hier wie dort stehen die Gäste nach spätestens zwei Stunden auf den Bänken.


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