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28.08.2015, 15:46 Uhr KÜNDIGUNGSSCHUTZKLAGE

KME-Mitarbeiter klagen: Schlechte Karten

Kommentar von Wilfried Hinrichs

Archivfoto: Jörn MartensArchivfoto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Kündigungsschutzklage von 25 KME-Mitarbeitern in Osnabrück hat kaum Aussicht auf Erfolg. Ein Kommentar.

Der Verlust des Arbeitsplatzes ist für die Betroffenen ein harter Schlag. Einige haben ihr ganzes Berufsleben den Buckel für KME krumm gemacht und fallen nun, wie es der Anwalt richtig beschreibt, in ein tiefes Loch. Die relativ niedrige Zahl von Kündigungsschutzklagen zeigt aber, dass Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter einen tragfähigen Interessensausgleich erreicht haben.

Das Gericht wird jeden Einzelfall verhandeln, jede Kündigung überprüfen – auch wenn sich die Argumente und Begründungen 25-fach wiederholen werden. Die Kläger, die um ihren Arbeitsplatz kämpfen, haben dabei die schlechteren Karten: Sie sind in der Beweispflicht. Da es diesen von beiden Seiten unterzeichneten Interessensausgleich gibt, kann das Gericht davon ausgehen, dass die wirtschaftliche Lage des Unternehmens hinreichend geprüft wurde. Jetzt ist es Sache der Kläger, den Gegenbeweis anzutreten oder das Gericht davon zu überzeugen, dass eine Weiterbeschäftigung in einem anderen Bereich möglich gewesen wäre. Eine kaum lösbare Aufgabe.


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