Was fürs Auge Der Osnabrücker Blumenladen „Klein Amsterdam“

Von Claudia Ix

Jeannette Prouk (rechts) und ihre Mitarbeiterin Renate Kramm (links) versorgen gerne auch die Krahnstraßen-Nachbarn, hier die Juwelierin Hilde Middelberg, mit einem Strauß. Foto: Claudia IxJeannette Prouk (rechts) und ihre Mitarbeiterin Renate Kramm (links) versorgen gerne auch die Krahnstraßen-Nachbarn, hier die Juwelierin Hilde Middelberg, mit einem Strauß. Foto: Claudia Ix

Osnabrück. „Klein Amsterdam“ heißt das Blumengeschäft in der Krahnstraße 15/16. Klein ist es tatsächlich, aber auf 25 Quadratmetern gibt es viel fürs Auge. Das schätzt auch die Laufkundschaft in der Osnabrücker Innenstadt.

Seit vier Jahren verkauft die Holländerin Jeannette Prouk in ihrem kleinen Ladenlokal im Zentrum Osnabrücks Dinge, die schön sind, die die Passanten ansprechen, die sie vielleicht gar nicht suchten, aber nur bei ihr finden.

Andere Kunden

Im Blumengeschäft der Prouks in Georgsmarienhütte, das die Familie seit 35 Jahren betreibt, bedienen sie aufgrund der räumlichen Nähe in erster Linie Friedshofs- und Krankenhauskunden. „Das sind Kunden, die die Blumen brauchen. Hier in der Krahnstraße ist das anders, und das ist für mich die besondere Herausforderung“, erläutert die gelernte Werbe- und Kommunikationskauffrau und Floristin.

Eine weitere Herausforderung ist die geringe Größe der Verkaufsfläche. „Wenn hier vier Leute drin sind, ist es schon ziemlich voll“, hat Prouk festgestellt. Entsprechend gut muss sie dekorieren, und entsprechend zurückhaltend zugleich. „Ich würde gerne mehr machen, aber das lässt der Laden nicht zu.“

Kundenfertige Produkte

Prouk hat sich auf „kundenfertige“ Sachen spezialisiert. Natürlich findet man bei ihr auch Schnittblumen frisch vom holländischen Markt, diese werden im Geschäft in Georgsmarienhütte direkt nach Lieferung gebunden und dann weitergeschickt in die Krahnstraße. Das meiste sind aber Dinge, die fertig und dekorativ sind – eben einfach nur schön. „Der typische Kunde hier weiß nicht, was er will, oder er braucht eigentlich nichts. Er lässt sich inspirieren und entscheidet sich oft spontan, etwas mitzunehmen. Eben eine kleine Flucht aus dem Alltag“, sagt Prouk.

So wie die Dame, die ein paar Minuten vor dem Geschäft gestanden und sich die Dekoröschen angesehen hat. Sie kommt mit einer davon ins Geschäft und bleibt hier an den getrockneten südfranzösischen Blüten hängen, die man als Kranz kaufen kann. Jeannette Prouk erklärt genau, wo die Blüten herkommen und wie lange sie halten.

Über Nacht aus Holland

Zweimal die Woche werden die Blumen über Nacht aus Holland angeliefert, Arbeiterinnen packen sie aus und um. „Das Produkt ist arbeitsintensiv, und deshalb hat es auch seinen Preis“, betont Prouk. Sie muss die Balance halten: Einerseits muss sie verdienen, andererseits darf die Kundschaft nicht wegbleiben.

Dass es für Klein Amsterdam nach vier Jahren gut läuft, hängt laut Prouk vor allem mit dem Umfeld zusammen: „Wir Kaufleute von der Krahnstraße unterstützen uns, es ist ein Flair, das es nur hier gibt. Und das spüren auch die Kunden, die die Straße entlanggehen. Wenn es keine Gemeinschaft gibt, ist die Stimmung nicht gut. Dann fühlen sich auch die Kunden nicht wohl und kommen nicht herein.“


Klein Amsterdam, Krahnstraße 15-16, Tel. 0541/1209873, www.klein-amsterdam.de