Die Keimzelle der Stadt Der Dom in Osnabrück wurde auf einer Insel gebaut

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Ein leichtes Gefälle weist der Hexengang auch heute noch auf. Vor mehr als 1200 Jahren betrug es vier Meter. Der Dom wurde auf einer erhöhten Sandinsel in der Hase errichtet. Foto: Thomas WübkerEin leichtes Gefälle weist der Hexengang auch heute noch auf. Vor mehr als 1200 Jahren betrug es vier Meter. Der Dom wurde auf einer erhöhten Sandinsel in der Hase errichtet. Foto: Thomas Wübker

Osnabrück. Die Stadt- und Kreisarchäologie besteht seit 40 Jahren. Zum Jubiläum entstand die dezentrale Sonderausstellung „Magische Orte entdecken“. Dazu gehört auch der Dom in Osnabrück. Er gilt als Keimzelle der Stadt, die vor mehr als 1200 Jahren gegründet wurde.

Osnabrück entstand auf einer Insel. Heute ist dies noch im geringen Maße am Hexengang ersichtlich, der ein kleines Gefälle aufweist. Im 8. Jahrhundert wurde eine Missionskirche in den Haseauen auf einer Sandinsel erbaut. Karl der Große ließ seit 774 ein flächendeckendes Netz aus Missionszellen bauen, um die Christianisierung der Sachsen voranzutreiben. Diese Orte bestanden zunächst nur aus einer Kirche und einem Kloster. Das gilt auch für Osnabrück. Das Gefälle soll damals bis zu vier Meter betragen haben, sagt die Archäologin Judith Franzen. „Die Niveauangleichung geschah später durch die Trockenlegung des sumpfigen Gebiets.“ Weiterlesen: Stonehenge im Osnabrücker Land

Hexengang ohne Hexen

Durch den Hexengang seien wohl nie vermeintliche Hexen zur Hase geführt worden, um sie dort ins Wasser zu werfen und zu prüfen, ob sie mit dem Teufel im Bunde standen. Der Gang wurde früher Klapperhagen genannt. Menschen mit einer ansteckenden Krankheit, die an den kirchlichen Segnungen teilnahmen, nutzten den Weg, um in den Dom zu gelangen. Sie hielten eine Klapper in der Hand, um die gesunden Menschen auf sich aufmerksam zu machen. Den Namen erhielt der Hexengang erst im 19. Jahrhundert.

Originalmauerwerk aus der Zeit um 800

Die Missionskirche, aus der später der Dom entstand, sei bewusst auf einer erhöhten Stelle gebaut worden, so Franzen. Dass die ersten Bauten tatsächlich aus dem 9. Jahrhundert stammen und damals auch ein Kloster errichtet wurde, konnte vor acht Jahren erwiesen werden, wie Judith Franzen berichtet. „Bei Renovierungsarbeiten im Kreuzgang entdeckten Archäologen unter der modernen Putzschicht einen alten Mauerrest.

Weiterlesen: Stadt- und Kreisarchäologie feiert Jubiläum

Es handelte sich um die sorgfältig gemauerte Ecke eines Konventsgebäudes, dessen Nordwand tatsächlich auf mehreren Metern in der heutigen Wand des Kreuzgangsüdflügels erhalten ist.“ Eine C14-Datierung hat schließlich den Beweis erbracht, dass das Originalmauerwerk aus der Zeit um 800 stammt. „Der schief gebaute Kreuzgang des 13. Jahrhunderts ist somit in Teilen auf Wänden des ersten Domklosters errichtet“, so Franzen.

Zwischen den Türmen liegen 400 Jahre

Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Stadt und auch der Dom. Das ist auch an den Zwillingstürmen der Kirche ersichtlich, die sich kaum ähneln. Der Westbau ist um 1100 entstanden, der Nordturm erst 400 Jahre später.

Bei Grabungen auf dem Gelände des heutigen Gymnasiums Carolinum wurde viel fein ausgearbeitete und reichlich verzierte Keramik gefunden, wie zum Beispiel die sogenannten Bartmannkrüge. Diese Trinkgefäße mit lachenden und grimmigen Gesichtern stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, so Franzen. Die Funde sind zum Teil im Forum am Dom zu sehen.


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