Zuletzt im September untersucht Umgestürzte Kastanie in Osnabrück war von Pilz befallen

Der Brandkrustenpilz habe die Wurzeln der Kastanie verfaulen lassen, sagt Thomas Maag vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB). Foto: Lahmann-LammertDer Brandkrustenpilz habe die Wurzeln der Kastanie verfaulen lassen, sagt Thomas Maag vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB). Foto: Lahmann-Lammert

Osnabrück. Es war ein Pilz, der den Wurzeln der Kastanie am Herrenteichswall zugesetzt hatte – der Brandkrustenpilz. Aber weil er sein zerstörerisches Werk unter der Erde anrichtete, fiel das bei der letzten Bauminspektion nicht auf. Am Montag war die mächtige Kastanie wie aus heiterem Himmel umgestürzt.

„Alle 60000 Stadtbäume werden jährlich kontrolliert“, erklärte Thomas Maag von der Grünflächenunterhaltung des Osnabrücker Servicebetriebes, als er am Dienstag zu den Aufräumarbeiten am Herrenteichswall kam. Die inzwischen zersägte Kastanie sei am 11. September 2014 zum letzten Mal inspiziert worden – von einem erfahrenen Vorarbeiter mit Gärtnerausbildung, wie Maag vermerkte. Es sei aber kein Schaden festzustellen gewesen.

Lichte Stellen in der Krone wären ein Alarmsignal gewesen, die zu weiteren Untersuchungen Anlass gegeben hätten. Die Krone des umgestürzten Riesen war jedoch voll belaubt. Auch am Stamm gab es keine sichtbaren Verletzungen oder Faulstellen. Unter der Erde ein ganz anderes Bild: Der Pilz hatte von den Wurzeln nur noch Stümpfe übrig gelassen. Ein Wunder, dass es überhaupt noch genug Versorgungsbahnen gab, um die Blätter am Leben zu erhalten.

Der Brandkrustenpilz ist ein Parasit, der das Holz zersetzt. Thomas Maag vermutet, dass seine Sporen durch eine Verletzung in die Wurzel eingedrungen sind. Eine kleine Wunde reiche dafür schon aus, aber der Schaden zeige sich erst Jahre später.

Am Herrenteichswall will der Fachmann vom Stadtservice Grünflächenunterhaltung jetzt untersuchen lassen, ob auch die benachbarten Kastanien vom Brandkrustenpilz befallen sind. Um sicherzugehen, sollen dabei die oberen Wurzelpartien vorsichtig freigelegt werden.

Bei aller Sorgfalt lasse sich aber nicht ausschließen, dass ein Baum durch verborgene Schäden zu Fall komme, erklärte Maag. Das sei eben höhere Gewalt.


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