Rundgang mit Live-Musik Traditionelle und moderne Folkmusik im Heger-Tor-Viertel

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Osnabrück. Traditionelle und moderne Folkmusik gab es am Samstagabend im Heger-Tor-Viertel zu hören. Ein Rundgang.

Samstag 19.30 Uhr: Einige der angekündigten Musikgruppen sind noch dabei aufzubauen oder gar nicht zu finden. Unter dem Titel „Folk im Viertel“ sollen die Passanten im Heger Tor Viertel den Abend über mit Folkmusik unterhalten werden. An der Rolandsmauer vor der Lagerhalle spielt schon das Duo „Bardic“ irische und schottische Melodien auf der Gitarre und der Violine.

In der unbelebten Marienstraße macht sich der Blues-Gitarrist „Ramblin’ Rob“ noch Notizen. Erst etwas später finden doch einige Passanten hierher und hören gespannt zu. Ramblin’ Rob mischt Blues mit moderner Folkmusik, aber auch mit Ragtime und Swing Jazz.

Gegenüber dem Stadtgalerie-Café, hat sich ein großer Halbkreis um Cathrin Pfeifer gebildet. Beinahe ehrfürchtig halten die Zuschauer einen großen Abstand zur Musikerin ein, die auf dem Akkordeon Jazz mit folkloristischen Elementen spielt. Ihrem Instrument entlockt sie eine Vielfalt an Sounds und Rhythmen. Es groovt, auch in langsamen Tempi.

Bei Bardic, die immer noch vor der Lagerhalle spielen, haben sich inzwischen viele Zuhörer eingefunden. Aus Mangel an Sitzplätzen stehen die meisten. Das Duo spielt ein irisches Volkslied aus dem 19. Jahrhundert, das von der damaligen Kartoffelpest handelt. Über eine Millionen Menschen verhungerten während dieser Hungersnot. Erst langsam und melancholisch, mit schönen traurigen Melodien auf der Geige, wechselt das Stück urplötzlich zu einem schnellen Tanzstück. Es tanzt zwar niemand – aber einige Zuhörer wippen immerhin im Takt mit.

Am Heger Tor haben sich inzwischen auch die „Dixie Dudes“ eingefunden. Mit viel Spaß präsentiert das Trio aus den Niederlanden typisch amerikanische Musik: Country, Ragtime, Jive. Interessiert, aber auch distanziert wirkt dagegen das Osnabrücker Publikum, als seien die drei Typen in ihren Hawaii-Hemden und ihren fröhlichen Gesichtern eine unbekannte exotische Attraktion.

„The Dad Horse Experience“ begleitet sich auf dem Bajo oder der Mandoline. Den Bass spielt er auf einem Pedal mit den Füßen. Dazu spielt er Melodien auf der krächzend klingenden Kazoo – oder er singt, mit einer Stimme, die fast ebenso krächzend klingt. Seine Lieder strotzen vor schwarzem Humor. Über viele Themen könne er auf Deutsch nicht singen, „aber was sehr gut geht sind Selbstmordlieder“, sagt er, bevor er im nächsten Lied darüber singt, wie er sich vor einen Zug auf die Gleise legt.

Je später der Abend wird, umso mehr Menschen kommen ins Heger-Tor-Viertel. Die Bands und Musiker sind aber zum Teil schon wieder dabei abzubauen. Vor der Lagerhalle hat sich gegen halb elf eine große Menschenmenge versammelt und hört den letzten Songs von Bardic zu. Danach strömen viele davon in die Lagerhalle hinein. Die „Connemara Stone Company“ beschließt dort den Abend etwas poppiger und bombastischer mit Celtic-Folk-Rock. Mit Flöte, flächigen Synthiesounds, E-Violine, Schlagzeug, Bass und Gitarre heizt die sechsköpfige Band dem tanzenden Publikum ein. (Weiterlesen: Und so war „Folk im Viertel“ im vergangenen Jahr)


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