Nicht nur für Helden Hotel Walhalla in Osnabrück feiert 325. Geburtstag

Stattliches Fachwerk: Geschäftsführer Andreas Bernard vor dem Hotel Walhalla in der Bierstraße. Foto: Thomas OsterfeldStattliches Fachwerk: Geschäftsführer Andreas Bernard vor dem Hotel Walhalla in der Bierstraße. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. 325 Jahre Hotel Walhalla: Gibt es in Osnabrück ein älteres Unternehmen?

In der nordischen Sagenwelt beschreibt der Begriff „Walhalla“ einen mythischen Ort, an dem sich gefallene Krieger aufhalten. Derart exklusiv will Andreas Bernard sein gleichnamiges Osnabrücker Romantik Hotel aber nicht verstanden wissen. Stattdessen hat der Geschäftsführer das 325-jährige Bestehen des Hauses mit dem Untertitel „...nicht nur für Helden“ versehen.

In seinem Selbstverständnis betrachte sich das Walhalla nämlich schon immer als Hotel für jedermann, betont der 51-Jährige beim Rückblick auf die Historie. Diese beginnt im Jahre 1690, als der wohlhabende Gerichtsvogt Gerdt Heindrich Meuschen an der Bierstraße 24 einen prachtvollen Barock-Fachwerkbau errichten lässt, der in den Anfangsjahren als Ratsschänke oder Weinprobierstube dient. 325 Jahre ist das her. Damit dürfte das Walhalla das älteste aktive Unternehmen in der Region Osnabrück sein. Zumindest weist eine Liste der Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück-Emsland keine andere Firma mit einer derart langen Tradition aus.

Nachdem die Inhaber im Laufe der Jahrhunderte wechselten, übernimmt der Kaufmann Günter David 1985 den Gasthof, der seit 1846 den Namen Walhalla trägt. Er lässt zunächst die Räume sanieren und erwirbt anschließend zwei angrenzende Gebäude. „Ohne ihn“, ist Bernard überzeugt „wäre das Walhalla in seiner heutigen Form nicht vorstellbar gewesen, er war ein echter Macher-Typ.“ Ab 1993 führt Davids Tochter Tanja das Hotel zunächst allein, nach ihrer Heirat mit Andreas Bernard 1995 sind die Eheleute dann gemeinsam für die Geschäftsführung verantwortlich.

Unter ihrer Leitung wird das Hotel weiter renoviert, um- und ausgebaut. Mittlerweile erstreckt es sich über sieben Gebäude und verfügt über 70 Zimmer mit 120 Betten. 80 Mitarbeiter aus 15 Nationen kümmern sich rund um die Uhr um das Wohlergehen der Gäste.

Damit sich das Walhalla aber zur Kette der Romantik Hotels zählen darf, muss es zusätzliche Qualitätsstandards erfüllen: „Man benötigt ein historisches Gebäude mit mindestens vier Sternen, eine gute Küche und einen ausgewählten Weinkeller“, erklärt Bernard. All diese Kriterien erfülle das Walhalla, sagt der Vater von drei Töchtern und verweist auf die Weinkarte mit mehr als 150 Nennungen sowie die international ausgerichtete Speisekarte, auf der unter anderem Austern oder Seeteufel geführt werden.

Von seinem historischen Charme hat das Hotel im Laufe seiner 325-jährigen Geschichte übrigens nichts eingebüßt, wie ein Rundgang durch die Räume des Hotels beweist. Ein besonderes Highlight ist dabei das historische Zimmer, dessen Decke aus dem 17. Jahrhundert stammt. Im Mai 1997 residierte dort auch der vielleicht prominenteste Gast des Hauses: Im Vorfeld der Feiern zum 350. Jubiläum des Westfälischen Friedens wohnte der Dalai Lama für drei Tage im Walhalla.

Ein Jahr später trafen sich dann die europäischen Staatsoberhäupter im Osnabrücker Hotel, um den 350. Jahrestag des westfälischen Friedens zu begehen. „Das war eine der größten Feierlichkeiten, die es jemals in der deutschen Geschichte gab“, sagt Bernard und erinnert an die zweijährige Vorbereitungszeit.

Fünf Sterne sind nicht das Ziel

Doch ein 325. Geburtstag ist nicht nur Anlass zum Rück- sondern auch zum Ausblick in die Zukunft. Das Walhalla zu einem Fünfsternehotel auszubauen, hat der Geschäftsführer schon mehrfach erwogen. „Aber das würde sich nicht rechnen, da in Osnabrück das entsprechende Klientel fehlt“, so Bernard, der unter anderem eine Ausbildung im Hamburger Hotel „Vier Jahreszeiten“ absolvierte. Stattdessen wolle er sich auch in Zukunft durch den guten Service seiner Mitarbeiter von der innerstädtischen Konkurrenz abheben. „Ich blicke der Zukunft zwar mit Respekt, aber vor allem mit Zuversicht entgegen“, versichert Bernard.


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