Erklärung von Boris Pistorius Warum will sich Til Schweiger in Osnabrück engagieren?

Innenminister Boris Pistorius besuchte am 23. Juli die Erstaufnahme in Bramsche-Hesepe.  Foto: Michael GründelInnenminister Boris Pistorius besuchte am 23. Juli die Erstaufnahme in Bramsche-Hesepe. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Warum will Til Schweiger sich mit seiner neuen Stiftung für Flüchtlinge ausgerechnet in Osnabrück engagieren? Dafür gebe es einen schlichten formalen Grund, erklärte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius auf Anfrage unserer Redaktion.

„Das Osnabrücker Flüchtlingshaus ist ein privater gemeinnütziger Betrieb, in dem die Diakonie als Betreiberin einen tollen Job macht und den Til Schweiger mit seiner gemeinnützigen Stiftung unterstützen möchte“, sagte Pistorius: „Ganz formal kann man mit einer gemeinnützigen Stiftung das Land nicht unterstützen.“

Das im Dezember vergangenen Jahres eröffnete Haus am Natruper Holz ist die einzige Erstaufnahmeeinrichtung des Landes, die von einer privaten gemeinnützigen Organisation betrieben wird. Noch aus einem anderen Grund sei Osnabrück eine gute Adresse für die ersten Aktionen der noch zu gründenden Stiftung: „Das Osnabrücker Haus kommt der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung in Osterode am nächsten.“

Pistorius selber habe dem Schauspieler ein Engagement in Osnabrück vorgeschlagen, da sich das Haus noch im Aufbau befinde. „Die Projekte von Schweiger sind ja immer nur zusätzlich zu dem, was wir an Grundausstattung bieten.“ Da Schweiger vor allem schnell helfen wollte, war Osnabrück naheliegend, „um ein erstes Projekt an den Start zu bringen“.

Der Schauspieler und Regisseur wird sich nach Pistorius‘ Überzeugung auch in weiteren Einrichtungen engagieren. „Das würde dann auch für Osterode gelten, wenn dort tatsächlich eine Erstaufnahmeeinrichtung entstehen sollte.“

Pistorius räumte ein, dass sich Schweiger manchmal nicht leicht verständlich ausdrücke. Es sei nie darum gegangen, dass er selbst eine Erstaufnahmeeinrichtung betreibe wolle, vielmehr „möchte er mit gemeinnützig eingesammeltem Geld in Erstaufnahmeeinrichtungen für ein starkes Willkommen sorgen, immer in Absprache mit dem Betreiber und dem Land“.

Nachdrücklich sagte Pistorius: „Der Mann meint das ehrlich!“. Er wolle helfen „und die Flüchtlinge in ihrer ersten Zeit der Aufnahme etwas zusätzliches tun, die in einer solchen vom Staat finanzierten Einrichtung meist nicht angeboten werden können.“


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