Station in Osnabrück Journalisten auf Westfalen-Trip

Ganz schön nass hier – diesen Eindruck bekamen die Teilnehmer der Fahrradtour „Westfalen erfahren“ von der Friedensstadt Osnabrück. Foto: David EbenerGanz schön nass hier – diesen Eindruck bekamen die Teilnehmer der Fahrradtour „Westfalen erfahren“ von der Friedensstadt Osnabrück. Foto: David Ebener

Osnabrück. Bei dem miesen Wetter im Moment gehört schon einiges dazu, sich auf eine viertägige Radtour durch die dauernasse Region zu begeben. Bei „Westfalen erfahren“ sind derzeit zwei Dutzend Hartgesottene auf einem Parforce-Drahtesel-Ritt von Rheine nach Minden unterwegs.

Die „Westfalen-Initiative“ nimmt Journalisten alle paar Jahre mit auf ausgedehnte Fahrten, damit sie Land und Leute kennenlernen. Bevorzugt Reisejournalisten und Spezialisten für Radtourismus sind am Start, Voraussetzung für die Teilnahme sind solche Fachgebiete aber nicht.

Unter dem Tagesmotto „Westfalen grenzwertig“ besuchte die Truppe Anfang der Woche zum ersten Mal Osnabrück und schaute bei Bürgermeister Burkhard Jasper im Friedenssaal vorbei. Der galoppierte souverän und im Schnelldurchlauf durch Geschichte, demografische und wirtschaftliche Beschaffenheit der Region Osnabrück, bevor sich die Gruppe wieder in die Sättel schwang und im anhaltend strömenden Regen auf den weiteren Weg machte.

Für einen gemütlichen Rundgang durch Osnabrück war keine Zeit, immerhin standen neben dem Rathaus des Westfälischen Friedens noch zwei weitere Stationen auf dem Plan: bereits zuvor statteten die Radler dem Fiege Mega Center Logistic in Ibbenbüren einen Besuch ab, und nach der Rathaus-Station ging es weiter zur Deutschen Bundesstiftung Umwelt und anschließend ins Etappen-Hotel in Melle.

„Holzschuhe und blaue Kittel“

Der Einladung zu „Westfalen erfahren“ sind in diesem Jahr etwa 25 Journalisten gefolgt, wobei die Besetzung teilweise von Tag zu Tag variiert. Mitorganisatorin Andrea Geistert-Krol von der Inititative zum Sinn der Übung: „Wir möchten den Teilnehmern ein modernes Westfalenbild vermitteln – abseits von Holzschuhen und blauen Kitteln.“ Die Mitfahrer sollten einen Eindruck von der bodenständigen Mentalität der Menschen in der Region bekommen.

Dass Osnabrück auf dem Papier gar nicht zu Westfalen gehört, ist den Organisatoren im Übrigen durchaus bewusst – historisch und kulturell aber eben schon, und irgendwie ja auch vom Wetter her: „Das ist auch in Münster schlecht. Auch da ist die Landesgrenze nicht trennend“, so Peter Paziorek, Vorsitzender der Westfalen-Initiative.

Vor dem Hintergrund der historischen Bedingungen dürfe Osnabrück bei „Westfalen erfahren“ natürlich nicht dauerhaft fehlen. „Vor Ort bekommen wir sachkundige Unterstützung von Herrn Hillebrandt“, lobte Paziorek und meinte Franz-Josef Hillebrandt, den einzigen Osnabrücker Teilnehmer der Tour, der lange Zeit selbst Vorsitzender der Stiftung „Westfalen-Initiative“ war, die sich in Stiftung und Verein gliedert.

Die Fahrt findet dieses Jahr zum sechsten Mal statt, der erste Durchgang war 2002.


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