25 Jahre Fokus Osnabrück Filmemacher gehen sogar in den Ferien zur Schule

„Freche Früchtchen“ vor der Kamera: Dario Funaric (mit Mikrofon) führt das Interview,  Patricia Schnabel steht an  der Kamera, Eda Aylin Senyildiz (geblümtes Kleid) und Elena Stoiljkovic (mit Fokus-Stirnband) gehören ebenfalls zur Film AG der Felix-Nussbaum-Schule. Foto: Elvira Parton„Freche Früchtchen“ vor der Kamera: Dario Funaric (mit Mikrofon) führt das Interview, Patricia Schnabel steht an der Kamera, Eda Aylin Senyildiz (geblümtes Kleid) und Elena Stoiljkovic (mit Fokus-Stirnband) gehören ebenfalls zur Film AG der Felix-Nussbaum-Schule. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Wenn Schüler sogar während der großen Ferien in die Schule gehen, dann muss schon etwas Besonderes geboten werden. Etwa eine Film AG, wie in der Felix-Nussbaum-Schule. Dort macht der Verein Fokus seit fast 20 Jahren Schulsozialarbeit.

Ein Thema auswählen, Vorbereitungen treffen, die Drehorte besichtigen, filmen, schneiden – bis zum Endprodukt gibt es jede Menge zu tun für die Jugendlichen aus den Jahrgängen 9 und 10, die an der AG teilnehmen. Dennoch ist dieses Angebot der Schulsozialarbeit beliebt, so beliebt, dass in diesem Jahr sogar noch in den Sommerferien gearbeitet wurde.

Dreharbeiten beim Kulturfest

Denn derzeit wird ein Film über das Kulturfest „Der große Garten“ gedreht, den der Verein Fokus anlässlich seines 25-jährigen Bestehens am ersten Augustwochenende veranstaltet hat. Der Termin lag schon in den Sommerferien. Für Dario Funaric, Patricia Schnabel, Eda Senyildiz und Elena Stoilikovic kein Grund, ihre Hauptschule links liegen zu lassen. Ganz im Gegenteil: In den ersten beiden Ferienwochen waren sie oft in der Schule und im Bürgerpark, dem Veranstaltungsort, unterwegs, um das Filmprojekt voranzutreiben.

Einer vor, der andere hinter der Kamera

In Zweierteams waren sie dann während des Kulturfestes unterwegs, um Mitwirkende und Besucher zu filmen und nach ihren Eindrücken zu befragen. Und während Patricia lieber hinter der Kamera steht, ist Dario mit dem Mikrofon auf der Suche nach Ansprechpartner. Elena und Eda haben sich ebenfalls für diese Aufteilung entschieden. Jeder macht das, was er am besten kann. So haben sie schon den Zoo gefilmt und hinter die Kulissen des Theaters geschaut. Und sie hielten die Kunstprojektwoche „Geometria“ im vergangenen Schuljahr im Film fest.

Hilfe für Schulverweigerer

Was den Jugendlichen so viel Spaß macht, nennt Petra Schaumann Persönlichkeitsentwicklung. Die Erweiterung von individuellen und sozialen Kompetenzen stärke die Persönlichkeit. Was könnte besser die Fähigkeiten der jungen Hauptschüler belegen, als ein von der Idee bis zu Vollendung selbst gemachter Film.

Die Film AG ist nur ein Angebot, das Fokus (Forum Osnabrück für Kultur und Soziales) mit seiner Schulsozialarbeit den Mädchen und Jungen aus mehr als 20 Nationen an der Felix-Nussbaum-Schule macht. Sie werden sozialpädagogisch begleitet, gefördert und betreut. Finanziert wird die Arbeit von der Stadt und aus Mittel des Hauptschulprofilierungsprogramms des Landes. Einzelfallhilfe, etwa bei Schulverweigerung, gehört ebenso dazu wie ein Deeskalationstraining zur Gewaltprävention für alle Schüler.

Nach den Ferien wird geschnitten

Die Schulsozialarbeiterin hilft den jungen Leute bei der Berufsorientierung und Planung ihres weiteren Lebensweges. Dazu gehört auch, realistische Berufschancen mit einem Hauptschulabschluss und größere Möglichkeiten mit einem anderen Schulabschluss aufzuzeigen.

Eda und Dario zum Beispiel streben den erweiterten Hauptschulabschluss an, dem weitere Schulbesuche folgen können. Das kommt im nächsten Schuljahr. Jetzt machen die Filmemacher aber erst mal Ferien. Geschnitten wird der Film danach.


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