Radtouren in der Region Ein paar Steigungen zum Abschluss der „Radfahr-Blüte“



Osnabrück. Die letzten 31 Kilometer der „Osnabrücker Radfahr-Blüte“ nehmen wir bei angenehmen Temperaturen unter die Räder. Bei unserer zweiten Melle-Tour ist es, obwohl nur 24 Stunden dazwischen liegen, knapp zehn Grad wärmer als bei der ersten.

Kein Wunder, dass neben „Radfahr-Blüten“-Erfinder Heinz Wüppen – sein Konzept: mit der Bahn zu einem der sechs um Osnabrück herumliegenden Bahnhöfe und mit dem Rad zurück – an diesem Tag noch zwei Mitradler gekommen sind. Georg Lückmann steigt am Osnabrücker Hauptbahnhof mit in die Westfalenbahn, Jürgen Meyer ist ganz hartgesotten und erwartet uns schon ungeduldig 13 Minuten später in Melle: Eine Fahrt reicht ihm nicht.

Auf dem Else-Werre-Radweg

Der Beginn der Tour ist identisch mit der ersten. Zunächst fahren wir auf dem Else-Werre-Radweg vom Meller Bahnhof über die Hochzeitsallee zum Grönenbergpark, wo die Landesturnschule Melle ihr Fortbildungszentrum hat. Hier stoßen wir auf eine große Radwanderer-Gruppe, die uns in unserem Fortbewegungsdrang erst einmal ausbremst. Am Kreisverkehr, den sie links umrundet, kreiseln wir rechts und setzen uns an die Spitze. Weiter geht’s Richtung Schloss Gesmold.

Auch hier waren wir tags zuvor schon, doch da waren die Tore geschlossen. Heute kommen wir genau in dem Moment an, als die vollautomatischen Tore zum Park zur Seite schwingen: Das Bio-Café hat geöffnet. Plötzlich kommen Wanderer und Radwanderer aus allen Richtungen, auch die Gruppe holt uns wieder ein.

An der Schlossmauer in den Wald

Wir umrunden das Schloss und biegen an einer Lücke in der Schlossmauer auf einen Waldweg ein. Auf dem schmalen Gesmolder Auenweg radeln wir an der Else entlang. Der Weg führt uns direkt zur Bifurkation von Hase und Ems: der Stelle, an der es so flach ist, dass sich die kleinen Bäche Hase und Else hier teilen können.

Naturereignis Bifurkation

Realschullehrer Heinz Wüppen findet die vier Brücken, die hier Ausblicke auf diese Wasserscheide – das Wasser links ist von der Hase, das rechts von der Else – wenig beeindruckend: „Das Spektakel hier ist der beste Beweis dafür, wie man aus Nichts eine Weltsensation machen kann“, frotzelt er. Nachdem wir aber tags zuvor die Werscher Welle schon nicht angemessen gewürdigt haben, laufen wir hier die Brücken auf und ab und schauen beeindruckt aufs Wasser. Außerdem ist hier ein schöner Platz für eine Rast.

Wir fahren weiter Richtung Holte und klettern am Rotthagen eine längere Steigung hoch auf den Kammweg. Das Herrentrio hat trotz einiger Höhenmeter auf dieser Tour immer noch genug Luft zum Frotzeln: „Der Heinz macht heute nur deswegen so viele Fotos, weil er sich zwischendurch ausruhen muss.“

Erholsame Fahrt nach Osnabrück

Ausruhen können wir uns auf dem Weg Richtung Osnabrück, nachdem wir als letzte Herausforderung noch die holprige Straße Schnettberg hochgekraxelt sind. Wir fahren über Voxtrup Richtung Osnabrück, biegen aber vorher noch links ab und halten am Biergarten Huxmühle. Dort ist heute Ruhetag, aber der Besitzer nimmt es nicht so genau. Wir dürfen im Planwagen Platz nehmen, er bringt uns kalte Getränke. In dieser Idylle findet die „Osnabrücker Radfahr-Blüte“ ihren passenden Abschluss: nach zwölf Touren, 352 Fahr- und etlichen Höhenkilometern, Dauerregen und 35 Grad Hitze, gesperrten Straßen und spontan geöffneten Gärten – und keiner einzigen Panne.


Tourbeschreibung nach Heinz Wüppen: Vom Bahnhof Melle nehmen wir zunächst den gleichen Weg wie bei der ersten Meller Tour, immer dem E-W-Radweg (Else-Werre) folgend über die Bahnhofs- und Mühlenstraße ins Zentrum und dann zum Grönenbergpark. Und auch weiter geht’s entlang dem Else-Werre-Radweg zum Schloss Gesmold. Es sei denn, wir entscheiden uns, über die Hauptstraße (Gesmolder Straße) nach Gesmold zu radeln, das ist schneller und man verpasst dabei nicht viel. Dazu fährt man vor der A-30-Unterführung nicht rechts ab sondern geradeaus.

Vor dem Ort Gesmold biegen wir rechts über die Schlossallee zum schönen Schloss. Von da an beginnt die neue Tour. Nur 300 Meter fahren wir die Schlossallee weiter Richtung Norden, dann zweigt, ganz unscheinbar, links ein kleiner Pfad durch eine Lücke der Einfassungsmauern ab, der uns an der Else entlang führt, unter der A 30 und der Westerhauser Straße her zur Straße „An der Else“. Ab jetzt sind wir wieder auf dem Else-Werre-Radweg, der uns auf einem sehr schönen, wenn auch manchmal schmalen Radweg zum nächsten Highlight führt, der Bifurkation von Hase und Else: ein toller Rastplatz mit vielen Infotafeln und Brücken, ein Umweltbildungsstandort.

Wir müssen 100 Meter zurück und fahren über die kleine Hasebrücke, dann links an der anderen Seite der Bifurkation vorbei Richtung Süden, um dann auf der Allendorfer Straße nach rechts zu fahren. Nach 800 Metern biegen wir rechts (nicht schon auf die Dratumer Straße, sondern später) auf den „Ausberger Weg“, dem wir 1,3 Kilometer folgen. Wir folgen dem Rad-Hinweisschild links in „Klein Dratum“. Auf dieser kleinen Straße fahren wir durch das Königsbachtal zwischen Holte und Borgloh. Da, wo das Schild uns nach links führen will (Uphöfener Feld), fahren wir weiter geradeaus auf „Klein-Dratum“.

Nach der Kreuzung mit der „Holter Straße“ (wir fahren rechts und sofort wieder links) heißt unser Sträßlein wirklich „Am Königsbach“. Oder wir fahren den Abstecher nach Holte. Dann fahren wir die Holter Straße rechts hoch, über Serpentinen, auf denen jedes Jahr im August das Bergrennen stattfindet, bergauf – bergab, in das hübsche Holte. Weiter bergab biegen wir links in den „Quellenweg“ und kommen über „Umging“ zur „Roten Straße“ und damit auf unsere Haupttour. Das sind heftige 5,7 Kilometer in einer 1-A-Landschaft.)

Nach 1,3 Kilometern endet die gemütliche Straße „Am Königsbach“, jetzt geht es rechts („Im Alten Borgloh“, danach „Rotthagen“) 1,3 Kilometer zunehmend steiler werdend hoch auf dem Kammweg Rote Straße, auf dem wir links weiterfahren. Nach 1,6 Kilometern heißt die Straße dann Höhenweg“ und führt durch den ersten Wald heute. Wir kommen an die relativ stark befahrene Georgsmarienhütter Straße.

(Alternativer Weg nach Osnabrück durch das „Zittertal“: Am Ende des Höhenweges biegen wir für 300 Meterrechts auf die GMHütter Straße und dann links ins „Zittertal“. Herrliche 2,7 Kilometer liegen vor uns. Geradeaus über Uphauser, Natberger und Düstruper Straße kommen wir zur Wasserwerkstraße nach OS-Voxtrup und folgen dann der Tour „Melle A“.)

Wir fahren geradeaus über die Kreuzung, auf holpriger Strecke geht es bergan („Schnettberg“) und nach einem weiteren Kilometer rechts auf die größere „Voxtruper Straße“. Hier sausen wir bergab und kommen nach OS-Voxtrup. Sogleich an der Kreuzung mit der Straße „Am Mühlenkamp“ biegen wir links ab, unterqueren die A 33 und biegen danach rechts in „An der Huxmühle“, um bald die Mühle und die originelle Gaststättenanlage zu passieren. 600 Meter ist diese Straße lang, dann wird sie nach einer Linkskurve zur „Meller Straße“, die so ländlich ist, dass man nicht glaubt, schon in Osnabrück zu sein. Dann sind wir am Rosenplatz. Wir können aber auch in die Pferdestraße einbiegen und wie bei Melle „A“ durch die Gärten fahren.

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