Haus der Jugend, Mi., 19.8. Detlef Simon: „Zauberkunst lässt mich nicht los“

Von Tom Bullmann

Detlef Simon ist Desimo, der mit seinem Programm „eine bunte Wundertüte“ in Osnabrück präsentieren will „mit viel Spaß, mit Nachdenklichem und lustigen kleinen Nebeneffekten“. Foto: PR/z-managementDetlef Simon ist Desimo, der mit seinem Programm „eine bunte Wundertüte“ in Osnabrück präsentieren will „mit viel Spaß, mit Nachdenklichem und lustigen kleinen Nebeneffekten“. Foto: PR/z-management

Osnabrück. Obwohl er aus Hannover stammt und schon seit über 30 Jahren im Medien- und Unterhaltungsgeschäft ist, hatte Detlef Simon noch keinen öffentlichen Auftritt in Osnabrück. Anlässlich seiner Premiere im Rahmen der Reihe „Kultur im Innenhof“ unterhielten wir uns mit dem Entertainer, der sich unter dem Namen „Desimo“ auf die Bühne stellt, über die verschiedenen Arten der Zauberei, über „Radio ffn“ und sein Programm „Übersinnlose Fähigkeiten“.

Herr Simon, Sie sind praktizierender Entertainer, Zauberkünstler, Moderator und Kabarettist. Gibt es da Prioritäten?

Das wechselt immer mal. Hauptsächlich komme ich halt aus der Zauberkunst, und die lässt mich auch nicht los – weil sie enorm Spaß macht. Ich nutze das Zaubern in meinen Bühnenprogrammen heute als Illustration dessen, was ich erzähle. Und da dürfen ruhig mal Gedanken dabei sein, über die man stolpert und sagt: Das ist ja spannend!

Gibt es zurzeit einen Trend, Zaubern gut zu finden? Die Ehrlich Brothers haben beispielsweise schon vier ausverkaufte Shows hier in der Osnabrückhalle absolviert.

Es ist ja auch ein Knaller, was die beiden da geschafft haben. Die wurden nicht künstlich gemanagt, sondern haben aus Spaß am Zaubern ganz allein eine irre aufwendige Show mit Wahnsinnseffekten aufgebaut, die höchsten Respekt verdient. Das ist teilweise größer als Las Vegas. Also ich glaube, dass der Trend mit der Qualität des Gebotenen zu tun hat.

Mit Ihnen kommt jetzt der nächste Zauberkünstler in die Stadt…

Wobei man unsere Shows nicht wirklich vergleichen kann. Zaubern ist nicht gleich Zaubern. Das ist wie bei der Musik: Klassische Musik kann man kaum mit Rock’n’Roll vergleichen oder mit Blues. Was die Ehrlich Brothers machen, ist großes Entertainment mit Knalleffekt im Las-Vegas-Stil. Es gibt auch Kollegen wie Thorsten Havener, der als Körpersprache-Spezialist auftritt. Mein Programm ist mehr textorientiert. Da wird der Zuschauer durchaus auch inhaltlich gefordert. Ich präsentiere eine bunte Wundertüte mit viel Spaß, mit Nachdenklichem und lustigen kleinen Nebeneffekten. So hole ich Leute aus der Ecke, die meinen, Zaubern sei doch etwas für Kinder.

Weil das offenbar sehr witzig ist, wurden Sie schon einmal als der „Humorgott aus Hannover“ bezeichnet.

Ja, das war richtig schön, vor allem weil es in der „Münchener Abendzeitung“ gestanden hat. Eigentlich denken die Bayern doch, dass die Preußen keinen Humor haben.

Aber stimmt es nicht, dass die Norddeutschen ein bisschen „steif“ sind?

Nein, im Norden haben die Menschen nur eine andere Kultur des Lachens. Die brüllen halt nicht so los wie irgendwelche Karnevalisten.

Ihre Karriere haben Sie bei „Radio ffn“ begonnen?

Richtig, ich wollte ernsthafter Journalist werden. Damals war ffn noch ein Sender, in dem Politik ihren Niederschlag fand. Heute ist das ja mehr ein Musiksender. Aber ich habe früher auch schon gezaubert. Und dann passierte es, dass ich von der Bühne kam und die Leute sagten: Es ist witzig, Sie hören sich genauso an wie dieser Detlef Simon im Radio. So ist das damals zusammengewachsen. Heute bin ich allerdings nur noch auf der Bühne unterwegs.

Haben Sie damals die Komödianten Wischmeyer, Welke und Bulthaup vom Frühstyxradio kennengelernt?

Es war gegen Ende meiner Volontärszeit, da tauchten die auf. Ich war zwar kein Mitglied der Truppe, aber wir sind bisweilen zusammen aufgetreten. So habe ich beispielsweise das 750. Jubiläum des Frühstyxradios moderiert – mit Zauberei. Oder wir haben lustige Protestveranstaltungen gegen den Programmdirektor von ffn initiiert. Übrigens wäre Desimos Spezial Club, mein Comedy Club, den ich vor 13 Jahren in Hannover eröffnet habe, ohne die Unterstützung von Dietmar Wischmeyer ganz bestimmt nicht so schnell auf einen grünen Zweig gekommen. Er hat ihn damals kräftig mit angeschoben.


Kultur im Innenhof, Haus der Jugend: Mittwoch, 19. August, 20 Uhr.