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Botulismus vermutlich Ursache Feuerwehr Osnabrück sammelt 50 tote Enten am Stichkanal ein

Von Sven Kienscherf


Osnabrück. Die Feuerwehr Osnabrück hat am Mittwoch 50 tote und sterbende Enten auf dem Stichkanal eingesammelt. Warum die Tiere verendet sind, soll sich am Donnerstag klären.

Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Tiere an Botulismus starben. Das sei die erste Diagnose des zuständigen Veterinärs, sagte Burkhard Riepenhoff, Sprecher des Landkreises Osnabrück, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Auslöser für die Krankheit ist ein Nervengift. Die Bakterien vermehren sich besonders bei hohen Temperaturen im Gewässerschlamm. Enten nehmen sie bei der Nahrungssuche auf. Die Muskeln werden durch das Gift gelähmt. Die Tiere ersticken qualvoll.

Die Krankheit komme vor allem im Sommer vor. Es sei nicht auszuschließen, dass in den kommenden Tagen noch mehr Tiere verenden, sagte Riepenhoff. „Dagegen kann man nichts tun.“

Lebende Enten zwischen Kadavern

Hafenarbeiter hatten die toten Tiere entdeckt und gegen 10.30 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Zwischen den toten Enten, die auf dem Wasser trieben, waren noch einige lebende Enten. „Sie waren kurz vor dem Verenden, sodass der Veterinär vom Landkreis veranlasst hat, dass die Tiere getötet werden“, sagte Jens Rademacher, Einsatzleiter der Feuerwehr, gegenüber unserer Redaktion. Die Enten trieben zwischen Höhe Römereschstraße und dem Ende des Stichkanals stadteinwärts.

Die Feuerwehr war mit sechs Leuten und einem Boot vor Ort und sammelte die Tiere mit einem Kescher ein. Die verendenden Tiere wurden vom Jagdaufseher erschossen. Die Polizei entnahm Wasserproben.

Gefüttertes Brot begünstigt Botulismus

Die Kadaver sind zur Tierkörperbeseitigungsanlage nach Icker gebracht worden, wo sie am Donnerstag untersucht werden sollen, um die Todesursache zweifelsfrei festzustellen.

Reinhold Rethschulte, Jagdaufseher der Stadt Osnabrück, macht darauf aufmerksam, dass eine Ursache für das Entstehen der Botulismus¬Bakterien auch das Brot ist, mit dem die Enten gefüttert werden. Große Mengen davon landen nach Auskunft von Rethschulte auf dem Gewässergrund, wo es sich zersetzt und dabei Sauerstoff verbraucht und letztlich die Entstehung der Bakterien begünstigt.