Erfolgreicher als Lahm und Schweini Osnabrückerin Viviane Widjaja sammelt Titel im Kickern

Von Thomas Wübker

Die Champions League, die Deutsche und die Welt-Meisterschaft hat die Osnabrücker Tischfußballerin Viviane Widjaja gewonnen. Foto: Hermann PentermannDie Champions League, die Deutsche und die Welt-Meisterschaft hat die Osnabrücker Tischfußballerin Viviane Widjaja gewonnen. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Sie ist fünfmalige Deutsche Meisterin, zweimalige Siegerin der Champions League und Weltmeisterin. Dennoch ist der Name Viviane Widjaja nur Insidern bekannt. Die 33-jährige Bürokauffrau spielt Tischfußball – und das außerordentlich erfolgreich.

Viviane Widjaja lebt und arbeitet seit 2011 in Osnabrück. Da hatte sie schon einmal den Titel als Deutsche Meisterin gewonnen. Das war damals noch mit dem Team „Partizan Elchkeller“ aus Hannover. 2010 erlebte die Tischfußball-Damenbundesliga ihre Premiere. Seither ist Viviane Widjaja weitere vier Mal Deutsche Meisterin im Doppel geworden.

Viviane Widjaja spielt seit einiger Zeit äußerst erfolgreich bei den „Berlin Bears“. In der Hauptstadt hat die in Lingen aufgewachsene Frau bis 2011 gewohnt. Widjaja spielt zudem in der deutschen Nationalmannschaft, die 2012 die Weltmeisterschaft in der französischen Stadt Nantes gewonnen hat. 2013 und 2015 holte sie mit ihrem Team jeweils die Champions League. Vergleiche mit dem FC Bayern München liegen da auf der Hand, doch nicht nur dieses eine Detail zeigt den großen Unterschied: „Bei uns beruht alles auf Freundschaftsbasis. Keine Spielerin wurde dazu gekauft.“

Früher spielte sie Tennis

Bevor Viviane Widjaja zur Tischfußballerin wurde, spielte sie Tennis. Darin liegt das Geheimnis ihrer Stärke, glaubt sie. „Ich habe früher auf Verbandsebene gespielt, kann also mit Druck umgehen und strategisch denken“, sagt sie. Im Tennis spielte sie Doppel und Einzel, beim Kickern geht sie überwiegend mit ihrer Partnerin Lilly Andres in der Abwehr an den Tisch. Viviane Widjaja sieht sich als Teamplayerin. Ihr Motto ist: „Gewinne Energie durch die Leidenschaft und die Emotionen im Tischfußball, behalte deine Spielfreude und erkenne die grenzenlosen Möglichkeiten von Teamgeist.“

Viviane Widjaja ist zwar Amateur-Sportlerin, trainieren muss sie aber trotzdem. Vor wichtigen Spielen wie der Damen-Bundesliga oder der Champions League übt sie fast jeden Tag. Dass sie über ein ungewöhnliches Kicker-Talent verfügt, zeigt die Tatsache, dass sie erst 2007 mit dem Tischfußball angefangen hat. Zum ersten Mal kickerte sie – ganz klassisch – in einer Kneipe. Drei Jahre später war sie schon Deutsche Meisterin.

Wöchentliche Treffen

Osnabrücker Tischfußballern, die ihr Niveau verbessern und damit neben dem Tresen oder auch in einem Verein erfolgreich spielen wollen, empfiehlt sie, mittwochs ins Haus der Jugend zu gehen. Dort findet wöchentlich von 18 bis 20 Uhr ein Workshop im Clubhaus der „OSC-Mavericks“ im Saal Bocksmauer statt. „Dort kann man sich Tipps von Liga-Spielern holen.“

Frauen sind natürlich willkommen, auch wenn der Tischfußball immer noch eher als Männerdomäne gilt. Mittlerweile gibt es aber schon zwei Bundesligen, in denen 16 Teams mit je vier Spielerinnen antreten. „Tischfußball ist dabei, sich gut zu entwickeln“, sagt Viviane Widjaja. Bis es Spielerinnen gibt, die sie und ihre Partnerin vom Thron stoßen, wird es aber wohl noch etwas dauern.