Auf dem Weg nach Bad Rothenfelde Drohne kommt Rettungshubschrauber in die Quere

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Wer seine ferngesteuerte Drohne aufsteigen lässt, sollte sich zuvor informieren, wo er überhaupt fliegen darf. Foto: dpaWer seine ferngesteuerte Drohne aufsteigen lässt, sollte sich zuvor informieren, wo er überhaupt fliegen darf. Foto: dpa

Bad Rothenfelde. Beinahe-Unfall: Ein Rettungshubschrauber musste Ende April auf dem Weg zum Herzzentrum Bad Rothenfelde über Rheine-Hörstel einer Drohne ausweichen.

Während man im bodennahen Terrassenluftraum schon über winzige schwarz-gelbe Flugobjekte mit einer Vorliebe für Pflaumenkuchen stöhnt, steigt die reale Gefahr durch brummende Drohnen in höheren Regionen rasant an. Wie die Deutsche Flugsicherung jetzt auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, musste ein Rettungshubschrauberpilot auf dem Weg zum Herzzentrum in Bad Rothenfelde Ende April einer Drohne ausweichen. Der Beinahe-Unfall in 500 Metern Höhe beschäftigte auch Polizei und Wasserschutzpolizei.

Drohne musste weiträumig umflogen werden

Der Hubschrauber sei auf dem Weg vom Mathias-Spital in Rheine in die Bad Rothenfelder Schüchtermann-Klinik unterwegs gewesen, so Axel Raab von der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen. Gegen 19 Uhr meldete der Pilot auf der Towerfrequenz des Flughafens Münster-Osnabrück eine unbekannte Drohne in Sichtweite, die er weiträumig umfliegen musste.

Schauplatz war das Nasse Dreieck in Hörstel, etwa 40 Kilometer vom FMO entfernt, so die Polizei Steinfurt. Der Tower informierte die Polizei über das Flugobjekt, diese die Wasserschutzpolizei. 40 Minuten lang suchten die Beamten im Bereich der Schleuse nach dem Inhaber der Drohne. Der hatte sich offenbar schon aus dem Staub und Luftraum gemacht. „Die Drohne flog auf einer Höhe, auf der sie nicht hätte sein dürfen“, sagt DFS-Sprecher Raab.

Drohnenbesitzer in der Pflicht

Generell gilt: Wer die Fernbedienung in der Hand hat, muss seine Drohne immer im Blick behalten. Ob das in Rheine auf 1500 Fuß oder 500 Metern noch der Fall war, ist zweifelhaft. Außerdem muss der Drohnenbesitzer den Luftraum permanent beobachten – oder beobachten lassen – und bemanntem Flugverkehr ausweichen.

Wenige Wochen zuvor hatte eine Drohne das Dach eines Wohnhauses in Quakenbrück fast durchschlagen. Akku und Kamera der Drohne lagen neben zertrümmerten Dachpfannen auf dem Dachboden, das Drohnengerüst steckte im Dach fest.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius drängt inzwischen auf strikte Regelungen für einen besseren Schutz vor den Drohnen . Man müsse sich fragen, „ob jeder so ein Ding quasi ohne Einschränkungen in die Luft schicken darf“, sagte er unserer Redaktion.


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