Sammelverfahren Facebook-Betrug: Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt

Von Sven Kienscherf


Osnabrück. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt in einem Sammelverfahren gegen Betrüger, die über Facebook Kasse mit ihren Opfern machen. Wie kann man den Datenklau verhindern? Indem man weniger naiv ist.

Der Trick ist einfach: Die Ganoven kopieren ein Profil und schicken eine Freundschaftsanfrage an die Freunde des Original-Profils. Wenn diese annehmen, kommt bald die Aufforderung die Handynummer zu schicken.

Kommen die Freunde auch dem nach, erreicht sie eine Weile später ein Bezahlcode via PayPal: Die Betrüger waren auf Shoppingtour. Nun wollen sie unter mehr oder weniger fadenscheinigen Gründen den Code haben. Kriegen sie diesen, wird das Geld über die nächste Telefonrechnung abgebucht. (Weiterlesen: Falsche Freunde – Ein Erfahrungsbericht)

Bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück liegt derzeit ein Sammelverfahren. Das Verfahren umfasse 400 Fallakten, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Alexander Retemeyer , mit. Die Opfer kommen aus ganz Niedersachsen.

37.000 Euro Schaden

Der geschätzte Schaden, der entstanden ist, belaufe sich auf rund 37.000 Euro. Gehäuft treten die Fälle seit Anfang 2014 auf, davor nach Kenntnissen der Staatsanwaltschaft nur vereinzelt. Aufgrund der ermittelten IP-Adressen lasse sich ein Zusammenhang zwischen den Taten vermuten, so Retemeyer weiter.

Ob die Geprellten ihr Geld jemals wieder sehen, sei derzeit nicht absehbar, so Retemeyer. Die Chancen stehen wohl schlecht bis sehr schlecht, wie ein Ermittler unserer Redaktion sagte: „Die Betrüger sitzen oft im Ausland. Sie verwischen ihre elektronischen Spuren professionell und können so praktisch nicht ermittelt werden.“

Betrugsfälle in NRW

Dabei sei es mehr als einfach, sich gegen den Betrug zu schützen: „Dass man Bezahlcodes nicht an Dritte weitergeben sollte, müsste eigentlich klar sein“, so der Ermittler. Stellt man die Liste der Facebookfreunde so ein, dass sie nur für einen selbst sichtbar ist, wird der Betrug praktisch unmöglich gemacht. (Siehe zur Sache-Box)

Die Betrugsmasche scheint erneut durch das Land zu rollen. Die Polizei in Soest (NRW) hatte vor einiger Zeit vor der Gaunerei gewarnt. Mehrere Dutzend Fälle seien dort angezeigt worden.


Standardmäßig kann jeder den Abschnitt „Freunde“ des Profils sehen. So kann man anpassen, wer den „Freunde“-Bereich sehen kann:

Das Profil öffnen:

Unter dem eigenen Titelbild auf „Freunde“ klicken.

Oben auf der Seite klicken und aus dem Menü „Privatsphäre bearbeiten“ auswählen. Zielgruppe aussuchen (z. B. „Nur ich“), um festzulegen, mit wem die Freundesliste geteilt werden soll.

Achtung: Personen können gemeinsame Freunde sehen, wenn sie das Profil besuchen. Freunde können außerdem für ihr eigenes Profil festlegen, wer ihre Freundschaften sehen kann. Wenn jemand die Freundschaft in einem anderen Profil sehen kann, kann er sie auch in den Neuigkeiten, der Suche und anderenorts auf Facebook sehen. (Quelle: Facebook)