Rückumzug Die Osnabrücker Verwaltung kehrt ins Stadthaus 1 zurück

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pm/wie Osnabrück. Die Sanierung des Stadthauses 1 nähert sich dem Ende. In den kommenden Wochen und Monaten werden die ausgesiedelten Fachbereiche wieder in das markante Gebäude am Natruper-Tor-Wall 2 zurückziehen.

Rund drei Jahre haben viele der im Stadthaus angesiedelten Fachbereiche Zuflucht im Hasepark und an der Hannoverschen Straße gefunden. In den kommenden Wochen geht es zurück in das „Stammhaus.“ Den Anfang machen 35 Mitarbeiter, die an der Franz-Lenz-Straße im Hasepark Asyl gefunden haben.

Ist zwei mal umziehen wie einmal abgebrannt?

Nein, sagt die Stadtverwaltung: Der Auszug sei problemlos verlaufen, Mitarbeiter und auch Spedition hätten damals an einem Strang gezogen. Das sollte beim Rückumzug nicht anders sein. Immerhin: Die ersten betroffenen Teilbereiche werden für rund eine Woche geschlossen.

Den Anfang machen die folgenden Teilbereiche des Fachbereichs für Kinder, Jugendliche und Familien, die deshalb vom 17. bis zum 22. August geschlossen sind:

  • Verwaltung Kindertagesstättenbeiträge / Stiftungen
  • Förderung freier Träger der Jugendhilfe
  • Vormundschaften / Pflegschaften
  • Beistandschaften
  • Unterhaltsvorschuss
  • Elterngeld
  • Betreuungsgeld

Ab dem 24. August wird der reguläre Betrieb im Stadthaus 1 dann wieder aufgenommen.

Teures Sorgenkind

Knapp acht Millionen Euro sollte die Imprägnierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes mit einer Innendämmung ursprünglich kosten. 2013 hatte der Rat der Stadt Osnabrück einstimmig für diese Form der Fassadensanierung und gegen eine knapp zehn Millionen Euro teure Verblendfassade für den durch Schimmelpilzbefall belasteten Altbaus gestimmt.

Hohe Naphtalinwerte

Die sechste und siebte Etage des größten Verwaltungsgebäudes der Stadt wurden bereits seit April 2011 nicht mehr benutzt: Untersuchungen hatten ergeben, dass im Boden des obersten Geschosses die alte Teerpappe ausdampft, die vor der Aufstockung des Gebäudes Ende der 50er-Jahre das alte Flachdach abgedeckt hat. Hohe Naphtalinwerte sorgten in den über und unter der Schadstoffquelle liegenden Räumen für gesundheitsschädliches Raumklima sorgen. Die Mitarbeiter wurden in den angemieteten Räume im Hasepark untergebracht.

Schimmelpilz und VOC

Bei weiteren Messungen im Jahr 2012 fielen die Räume in der dritten und fünften Etage des Ende der 1920er Jahre gebauten Gebäudes mit einer deutlich zu hohen Schimmelpilz-Belastungen auf.

Das dritte Problem: die VOC-Belastung. VOC ist die Sammelbezeichnung für organischen Verbindungen, die leicht verdampfen beziehungsweise schon bei Raumtemperatur als Gas vorliegen. Sie sind auf die Schutzschicht zurückzuführen, die im Frühsommer 2011 auf die Fassade aufgetragen wurde.

Büroflächen im Telekom-Gebäude

Spätestens damit wurde klar: Die Verwaltung muss wegen der notwendigen Sanierung des Altbaubereichs das Gebäude bis auf die Büros in den beiden Seitenflügeln räumen. Dort sind unter anderem Bürgeramt und Kfz-Zulassungsstelle untergebracht.

Und wohin mit den Mitarbeitern? Die Stadt mietete Büros im Telekom-Gebäude an der Hannoverschen Straße an. Dort waren rund 3000 Quadratmeter reine Bürofläche kurzfristig verfügbar – genug Raum, um die Mitarbeiter der fünf Altbau-Etagen unterzubringen.


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