Straßenkulturprogramm Musikalische Wundertüte am Samstag in Osnabrück

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Osnabrück. Das Straßenkulturprogramm lockt dieser Tage viele Osnabrücker mit abwechslungsreicher Musik in die City. Am Samstag war eines der Highlights die „Wundertüte“ mit dem Auftritt des australischen Songwriters Kaurna Cronin (der Vorname wird ausgesprochen wie „Ghana“).

Der Gitarrist und Sänger stellte schon beim Soundcheck klar, woher bei ihm der Wind pfeift und spielte Dylans „Don´t Think Twice, It´s All Right“ an. Auch bei seinen eigenen Songs blitzt der Einfluss des einstigen Ober-Folkies häufig durch. Kaurna Cronin weiß das natürlich und kokettierte per Mundharmonikahalter und Strubbelfrisur mit der offensichtlichen Artverwandtschaft zum Meister. Der Platz vor dem Kulturhaus, eben noch wie leer gefegt, füllte sich nach und nach mit Zuschauern. Die Spielzeit gegen 11.30 Uhr war strategisch so gewählt, wie Veranstalter Klaus Terbrack vom Verein Fokus erklärte: „Die Leute kommen jetzt vom Markt, dann wird es hier noch deutlich voller.“

Zelt im Garten eines Kindergartens

Die Zuschauer, die der englischen Sprache einigermaßen mächtig sind, unterhielt Kaurna Cronin mit Anekdoten, die er zwischen den Songs einstreute und mit leisem, virtuosem Gitarrengeplänkel unterlegte, dass auch in den Liedern jederzeit den Teppich bildet für seinen weichen, melodischen Vortrag. So erfuhren die Zuhörer, dass die beste Freundin seiner Mutter statt eines klassischen Begräbnisses eine Celebration-Of-Life-Party feiern ließ, was ihn zu mindestes einem Lied inspirierte, und dass der Australier ein großer Fan der schwedischen Gesetze zum Camping in freier Wildbahn ist, einmal allerdings aus Versehen sein Zelt im Garten eines Kindergartens aufschlug. Nicht zu vergessen: Die Musik ist auch gut, so gut sogar, dass der Sänger in seiner Heimat 2013 den „Fowlers Music Award“ in der Kategorie „Acoustic“ und 2014 den „Emily Burrows Award“ gewann.

Geschichten mit der Klarinette

Vor dem Theater zeigte die Bielefelder Klezmer-Gruppe Chwaske ihr Können und präsentierte mit viel Verve Klassiker und neue Kompositionen des Klezmer. Frontmann ist der Klarinettist Lothar Henkenjohann aus Bielefeld, der virtuos die für das Instrument so eigentümliche Fähigkeit beherrscht, damit regelrecht Geschichten zu erzählen.

Auf der Krahnstraße spielte die „Zwei-Mann-Kapelle“ auf Akkordeon und Waschbrett mit Musette und Tango nicht nur klassisches Repertoire für das gute, alte Schifferklavier: auch musikalische Ausflüge zu Samba und Jazz zeigten das vielfältige Spektrum der Musiker.


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