Kubanische Klänge in Osnabrück „Septeto Nabori“ löst im Blue Note Tanzfieber aus

Von Tom Bullmann

Die Künstler spielen den Musikstiel „Son Cubano“ - der Vorläufer der Salsa. Foto: Elvira PartonDie Künstler spielen den Musikstiel „Son Cubano“ - der Vorläufer der Salsa. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Karibische Momente im Blue Note: Beim Auftritt der kubanischen Band Septeto Nabori brach bei Publikum im Blue Note das Tanzfieber aus. Zum Schluss enterten begeisterte Zuschauer die Bühne, um zusammen mit den Musikern zu singen, zu klatschen und zu tanzen.

Der „Son Cubano“ steht auf dem Programm. Der Musikstil gilt als der Vorläufer der Salsa und hat seit Wim Wenders Film über den Buena Vista Social Club ein unglaubliches Comeback erlebt. Und so sind sie alle ins Blue Note gekommen, um mit dem Septeto Nabori zusammen eine heiße Party zu feiern: Kubaner aus der Region, Karibikfans, Salsatänzer, Musiker, Tanzlehrer.Weil die Truppe eine ausgesprochen dynamische Variante des Son spielt, ist die Stimmung schon bei den ersten Takten beflügelt.

Tribut an die neue Heimat

Yoelis Catasús Torres und Ivan Antonio Rodriguez Nuñez, die beiden Hauptsänger, verstehen sich perfekt auf das Son-typische Wechselspiel zwischen erster und zweiter Stimme. Angefeuert werden sie von einer virtuosen Trompete und den mitreißenden Rhythmen der zwei Percussionisten. Wer sich bald wundert, warum Nuñez „Besame Mucho“ auf Italienisch anstimmt, erfährt, dass es eine Art Tribut an die neue Heimat der Musiker ist: Sie leben nicht mehr auf Kuba, sondern in Italien.

Nachdem sich die Gruppe aus der Mitte einiger musikalischer Technikstudenten 1993 an der Universität von Santiago de Cuba gebildet hatte, ging sie schon bald in Europa auf Tournee. Drei Gründungsmitglieder blieben hier und suchten sich in Italien neue kubanische Mitstreiter.

Rasanter Rhythmus

Übrigens war das Septeto Nabori als Ersatz für das auf Kuba lebende Septeto Santiaguero angereist, dessen Mitglieder keine Visa für Europa bekommen hatten. Anders als ein Tanzpaar aus Havanna, das von dem Osnabrücker Tanzstudio „Salsa Y Mas“ für ein Kuba-Festival nach Osnabrück eingeladen worden war. Es zeigt auf Einladung der Band jetzt vor der Bühne lebendige Beispiele für ihre Salsa-Künste. Nach einem langsamen, traurigen Bolero wird der Rhythmus wieder rasanter und viele Zuschauer hält es nicht mehr auf den Plätzen, bis das Blue Note wie eine Tanzbar an den Playas del Este wirkt. Faszinierend der Sound, der ohne ein Piano auskommt, dessen Harmonien überwiegend von der Gitarre und der Tres, einem typischen, Gitarrenähnlichen kubanischen Instrument, bestimmt wird. Und natürlich bleibt der herrliche, mehrstimmige Gesang in den Chorsätzen nicht ohne Wirkung. Und so fackelt das Publikum nicht lange, als Nuñez schließlich zum Tanz auf der Bühne bittet.