Kontraste setzen Osnabrücker Orgelsommer: Godehard Nadler spielt im St. Joseph

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Organist Godehard Nadler bietet beim Osnabrücker Orgelsommer ein vielseitiges Programm. Foto: Michael GründelOrganist Godehard Nadler bietet beim Osnabrücker Orgelsommer ein vielseitiges Programm. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Godehard Nadler spielt als dritter am Dienstag, den 11. August sein Konzert beim Orgelsommer. Er bleibt an seiner Orgel in St. Joseph und erklärt im Vorfeld sein kontrastreiches Programm.

Musik lebt oft von Kontrasten, und auf sie hat Godehard Nadler in seinem Programm des Orgelsommers besonders stark gesetzt. „Natürlich huldige ich Bach und beginne mit ihm, mit Präludium und Fuge C-Dur BWV 531 und dem Choralvorspiel Schmücke dich, o liebe Seele.“

Kräftiges Werk und sensible Stellen

Von Bach als Vertreter des deutschen Barock geht es direkt zu César Franck, Alexandre Guilmant und Louis Vierne, den französischen Romantikern. Doch der Kontrast ist zugleich der von liturgisch bestimmter Musik bei Bach und konzertanten Stücken bei den Franzosen, denn deren Stücke sind nicht mehr für den Gebrauch im Gottesdienst komponiert, während Bachs Werke ihren Platz in der Liturgie hatten, wie Godehard Nadler erklärt. Über César Franck führt er aus: „Er hat einmal den Ausspruch getan: Meine Orgel ist ein großes Orchester.“ Von ihm erklingt eine Fantasie in C-Dur, ein größeres, mehrsätziges Werk. „Guilmant sagte genau das Gegenteil, er hat die Orgel als ganz selbstständiges Instrument begriffen, das für sich spricht und nicht das Orchester imitieren soll.“ Die zwei Guilmant-Stücke in Godehard Nadlers Programm sind wieder sehr gegensätzlich: Dem festlichen „Grand Choeur Triomphal“ steht das sanfte „Prière et Berceuse“ gegenüber. „Das ist auch der Kontrast zwischen der Musik mit großem Klang, also relativ kräftigem Werk gegenüber sehr sensibel und mit einzelnen Stimmen vorgetragenen Stellen, die einzelne Stimmen des Instruments vorstellen wollen.“

Prière et Berceuse geht schon in die Richtung Charakterstück, wie man sie im 19. Jahrhundert eher auf dem Klavier kennt. Einen ganzen Zyklus solcher Stücke für die Orgel komponierte als einer der ersten Louis Vierne (1870 – 1937).

„Das war vorher im Orgelbereich nicht so en vogue. Zum Schluss spiele ich von ihm Claire de lune und Hymne au Soleil. Ein kleiner, erloschener Planet, in Nebelschwaden gehaucht, zieht da so ganz still und leise am Abendhimmel seine Bahn, gegenüber der Sonne, dem gleißenden Licht, dem Leben, der Energie – natürlich auch mit entsprechender Registrierung.“

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Das Konzert beginnt am Dienstag, 11.8. um 20.15 in St. Joseph. Eintritt frei.

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