Leser meldet Flugobjekt Flog am Freitag eine Riesendrohne über Osnabrück?

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Ein Leser hat am Freitag über Osnabrück-Sonnenhügel eine Drohne beobachtet, wie er berichtet. Bei der Aufnahme handelt es sich um ein Symbolbild. Foto: dpaEin Leser hat am Freitag über Osnabrück-Sonnenhügel eine Drohne beobachtet, wie er berichtet. Bei der Aufnahme handelt es sich um ein Symbolbild. Foto: dpa

Osnabrück. Ist am Freitagmorgen eine Drohne mit beträchtlichen Ausmaßen über Osnabrück-Sonnenhügel geflogen? Unser Leser Manfred Ebert ist sich sicher. Einen weiteren Beleg dafür gibt es bisher aber nicht.

Für Manfred Ebert besteht kein Zweifel: Er hat am Freitagmorgen zwischen 8.30 und 8.40 Uhr eine Drohne gesehen, die über den Osnabrücker Stadtteil Sonnenhügel geflogen ist. Er schätzt die Länge des Flugobjekts auf etwa sechs Meter. Sie sei in etwa 50 bis 60 Metern Höhe geflogen. (Weiterlesen: Jägerschaft Osnabrück setzt Drohne zum Aufspüren Wild ein)

Ebert wohnt etwa in der Mitte des Zeisigwegs, wie er unserer Redaktion am Freitag berichtet. Seine Wohnung liege im dritten Stock, im Dachgeschoss. Am Freitagmorgen habe er aus dem Fenster die Drohne gesehen. „Zur selben Zeit hat es gewittert“, erzählt Ebert. „Die Drohne ist zunächst in Richtung Flughafen Atter geflogen, kurze Zeit später kam sie zurück und ist Richtung Stadt geflogen.“ (Weiterlesen: Lufthansa-Maschine stößt fast mit Drohne zusammen)

Zunächst an Flugzeug gedacht

Als sie das erste Mal an seinem Fenster vorbeiflog, habe er noch gedacht, es handele sich um ein Flugzeug. Auf den zweiten Blick habe er gesehen, dass es eine Drohne sei und zwar eine große. „Sie ähnelt den Aufklärungsdrohnen, wie sie in Afghanistan eingesetzt werden.“ Ebert beschreibt die Drohne als weiß und fensterlos. Sie habe keinen Aufdruck getragen. „Das Fahrgestell war eingefahren.“

Etwa zeitgleich mit dem Auftauchen der Drohne habe es zweimal geknallt. Es könnte auch Donner gewesen sein, aber es habe sich anders angehört. In der Gruppe „Du lebst schon lange in Osnabrück, wenn...“ hat er seine Beobachtungen geschildert. Die Knalle haben mehrere Leute wahrgenommen. Die Drohne hat allerdings niemand beobachtet.

Privatleute brauchen ab fünf Kilogramm Gesamtgewicht eine Aufstiegsgenehmigung für ihre Drohne. Für gewerbliche Flüge braucht man immer eine Genehmigung. In Niedersachsen ist für die Erteilung einer Aufstiegserlaubnis die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zuständig. Dort war am Freitag niemand mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

Keine Meldungen bei der Polizei

Eine Nachfrage bei der Polizei in Osnabrück: Weder sei eine Drohne gemeldet worden noch Knalle, berichtet Pressesprecherin Mareike Kocar. Bei der Stadt Osnabrück weiß man ebenfalls nichts davon, dass am Freitag eine Drohne dieser Größenordnung geflogen ist.

„Die Stadt hätte zumindest informiert werden müssen, wenn sie über den öffentlichen Verkehrsraum fliegt“, erklärt Pressesprecher Gerhard Meyering. Für den Fall, dass die Drohne auf einem öffentlichen Platz gestartet und gelandet wird, hätte die Stadt dies ohnehin selbst genehmigen müssen.

Weiß die Bundeswehr etwas?

Weiß die Bundeswehr etwas über einen Drohnenflug? Ein Sprecher der Luftwaffe verneint kategorisch: „Die Luftwaffe betreibt keine unbemannten Luftfahrzeuge über städtischem Raum in der Bundesrepublik.“ Auch das Heer hat eigene Drohnen. Ein Sprecher schließt aus, dass es sich um eine Drohne des Heeres handelt: „In Deutschland fliegen Drohnen des Heeres nur über Truppenübungsplätzen.“ Zudem wären Drohnen der Bundeswehr auch aufgrund ihrer Markierung zu erkennen.

Nicht auszuschließen ist, dass jemand ohne Genehmigung sein Flugobjekt hat fliegen lassen. Denn darin sind sich Leute vom Fach einig: Mittlerweile gibt es diverse Bastler, die erstaunliche Flugmodelle zusammenbauen.


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